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10.01.2018 08:53

Erzbischof ruft zu „neuem Denken“ auf

Freiburg (mr) Angesichts grundlegender Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und Migration, vor der die Gesellschaft stehe, hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger zu einem neuen Denken aufgerufen: „Allen ist klar“, so Burger, „dass vor allem der Wille zur Gestaltung unserer Zukunft nötig ist, gerade auch um der kommenden Generationen willen.“ Zudem betonte er beim Neujahrsempfang der Erzdiözese Freiburg am Dienstagabend (09.01.) im Collegium Borromaeum, dass ein besonderer Blick auf die aus unterschiedlichen Gründen am Rand unserer Gesellschaft Stehenden, die Benachteiligten, gerichtet werden müsse.

Erzbischof: Flucht und Migration haben nichts an Brisanz verloren

Der Umgang mit denen, die aus unterschiedlichen Notlagen nach Deutschland geflohen seien, zeige, dass große Veränderungen erforderlich seien, sagte der Erzbischof. „Weltweit gesehen sind keine Anzeichen von Entspannung der Lage sichtbar. Eine sehr große Zahl von Menschen versuche weiterhin, Gewalt, Verfolgung und anderen Notlagen zu entfliehen. Die Flüchtlingskrise, hinter der ja eigentlich viele verschiedene Krisen stecken und natürlich auch Hungerkrisen, lebensbedrohliche Armut, Umweltzerstörung oder Wassermangel werden auch in absehbarer Zeit nicht an Brisanz verlieren“, unterstrich der Freiburger Erzbischof. Als Misereor- und Caritas-Bischof sei es ihm „eine Verpflichtung und Mahnung zugleich, dass wir in all unserem Denken und Tun hier in unserer Erzdiözese und hier in unserem Land verbunden bleiben mit unseren Schwestern und Brüdern, mit allen Menschen, mit denen wir im ‚gemeinsamen Haus‘ unserer Erde leben“, so Burger.

„Christus und den Menschen nah“

Mit Blick auf das eigene Erzbistum Freiburg verwies Burger auf Überlegungen, wie Strukturen zukunftsfähiger gemacht werden könnten. Dabei bliebe das Augenmerk darauf gerichtet, wie sich die Seelsorge weiter gestalten lasse. Das Leitwort der Diözesanen Leitlinien „Christus und den Menschen nah“ solle zeigen, „dass das Evangelium Richtschnur in allen Veränderungen, Richtschnur allen Handelns ist.“ Der Erzbischof machte in diesem Zusammenhang unter anderem auf die im Herbst eingesetzte „Kommission für Geschlechtergerechtigkeit“ aufmerksam. Im Statut dieser Kommission heiße es: „Die Erzdiözese bekennt sich zu der unterschiedslosen Wertschätzung für Frauen und Männer als Maßstab allen kirchlichen Handelns und Sprechens auf der Grundlage ihrer theologischen und rechtlichen Vorgaben. Sie will ein partnerschaftliches Zusammenwirken im Dienst und in der Gestaltung des kirchlichen Lebens aktiv vorantreiben. Dazu gehört, dass Frauen und Männer ihre Gaben und Sichtweisen in allen Bereichen und Handlungsfeldern der Kirche einbringen können.“ Ein zweiter Schwerpunkt liege auf der Seelsorge in den Kirchengemeinden. „Unsere Gemeinden bleiben die Visitenkarte und die Pforten der Kirche; unsere Gemeinden sind die Orte, in denen Menschen die Kirche erleben und Zugang zum Glauben finden können. Das Engagement der Erzdiözese in die Bildung bilde den dritten Schwerpunkt.

Konstruktiver Dialog in pluraler Gesellschaft nötig

Vor einigen hundert Gästen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kirchen erklärte er, dass es gerade in einer pluralen Gesellschaft den Dialog miteinander und die gemeinsame Anstrengung aller brauche, die grundlegenden Werte – wie Solidarität, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Nächstenliebe – zu leben und zu vermitteln: „Es braucht das konstruktive Zusammenwirken von Familie und Schule, von Medien, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Öffentlichkeit und Religionen.“

Erzbischof: „Weit mehr Hilfsbereitschaft, als wir oft wahrnehmen“

Der Erzbischof von Freiburg verwies zudem darauf, dass es „unter uns weit mehr Hilfsbereitschaft gibt, als wir oft wahrnehmen“. Es gebe sehr viele Menschen, die sich für andere einsetzen und die nicht zuerst fragen, was ihnen das bringt und ob es sich lohnt.“ Von ihrem Einsatz lebt eine friedliche und lebendige, eine gerechte und eine menschenfreundliche Gesellschaft, davon leben wir alle“, so der Erzbischof. Er dankte daher allen, die in Politik und Wirtschaft, in Bildung und Wissenschaft, in sozialen Diensten, in Behörden und Ämtern „für Menschlichkeit stehen und einstehen, für die Werte des Evangeliums, für die Grundwerte unserer Demokratie.“

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