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20.06.2018 11:07

Erzbischof Stephan Burger predigt vor 800 Mesnerinnen und Mesnern

Freiburg (mr) Mit mehr als 800 Mesnerinnen und Mesnern aus ganz Süddeutschland hat Erzbischof Stephan Burger am Mittwoch (20. Juni) einen festlichen Gottesdienst gefeiert. Im Freiburger Münster thematisierte der Erzbischof das Leitwort der Süddeutschen Mesnerwallfahrt „Stark und schweigsam“. Er sagte, „stark und schweigsam“, könne nur diejenige Person sein, die wisse, für wen und mit wem sie ihren Dienst tue. Es mache deutlich, „dass die Stärke für den Dienst von Christus herkommen muss“. Die Schweigsamkeit beinhalte nicht, keine Meinung oder gar keine Stimme zu haben: „Schweigsamkeit bedeutet, reflektiert und besonnen den aufgetragenen Dienst zu tun. Es bedeutet, Christus nicht aus den Augen zu verlieren, bei all dem, was zu tun ist.“

Der Erzbischof von Freiburg würdigte die Mesnerinnen und Mesner als Menschen, die anpacken: „Menschen, die organisieren, die im Hintergrund die Dinge am Laufen halten. Menschen, die nicht das Rampenlicht suchen und die sich dem Gelingen von Liturgie und anderen Veranstaltung verschrieben haben. Menschen also, die sich ganz in den Dienst nehmen lassen, so dass mit einer Selbstverständlichkeit durch deren Tun das Kirchenjahr mit seinen unterschiedlich geprägten Zeiten für andere erfahrbar wird.“ Stephan Burger dankte den Mesnerinnen und Mesnern für ihren treuen Dienst und ergänzte: „Nun ist dieser Dienst an sich aber nicht immer dankbar. Dieser Dienst wird nicht immer in seiner Vielschichtigkeit gesehen und wahrgenommen. Nicht selten wird er als selbstverständlich betrachtet. Und in den Feiern selber rückt er, wie schon erwähnt, in den Hintergrund.“ Trotzdem sei er eine Voraussetzung, ohne die liturgisches Leben und andere Zusammenkünfte kaum gelingen könnten.

Patron Josef: Aufmerksamer Zuhörer ohne viele Worte

Auch der Heilige Josef als Patron der Mesner verkörpere diese Notwendigkeit des Dienstes, ohne dabei markant in Erscheinung zu treten. Josef sei ein Mann gewesen, der im Alltäglichen gelernt habe, auf das Wesentliche zu hören: „Er hat horchen gelernt, ein gezieltes, ein aufmerksames Zuhören, ohne selbst viele Worte zu machen.“ An Josef zeige sich, was es heißt, zu glauben: „Weil er horchen und gehorchen gelernt hat, kann er es annehmen, dass Maria den Sohn Gottes in die Welt tragen wird. Und ihm als Pflegevater kommt so die grundlegende und wesentliche Aufgabe zu, Jesus in die Welt hinein zu begleiten, ihm eine irdische Existenz zu sichern. Josef schafft so eine Grundvoraussetzung, dass Jesus seinen späteren Sendungsauftrag erfüllen kann.“

Die Süddeutschen Mesnerverbände treffen sich alle drei Jahre zu einer Wallfahrt in Bayern oder Baden-Württemberg. Barbara Janka (42) ist Mesnerin in Eppingen-Richen im Kraichgau. Als Diözesanleiterin des Mesnerverbands der Erzdiözese Freiburg hat sie zur Mesnerwallfahrt nach Freiburg eingeladen: „Es kommen Mesnerinnen und Mesner aus den sieben bayrischen Diözesen und aus den zwei Diözesen in Baden-Württemberg mit Bus und Bahn in einer Sternwallfahrt nach Freiburg.“ Hier erwartet die Pilgerinnen und Pilger ein buntes Programm mit Münsterführung, Besuch im Augustinermuseum oder auf dem Schlossberg und einem abschließenden Empfang im Konzerthaus. Für Organisatorin Janka ist der Gottesdienst im Freiburger Münster der Höhepunkt der Wallfahrt: „Es ist einfach ein Erlebnis, wenn Mesner miteinander Gottesdienst feiern: Die sind bei der Sache, die kennen alle Lieder und einmal hat ein Bischof gesagt: Wenn die Mesner singen, dann wackelt der Dom.“

Hintergrund: Die Anfänge des Mesnerverbandes der Erzdiözese Freiburg reichen bis ins Jahr 1906 zurück. Am 19. März 1953 errichtete der Erzbischof von Freiburg die St.-Josefsbruderschaft und genehmigte die Statuten der Mesnervereinigung. Der Heilige Josef ist ihr Patron: Als guter Hausvater hat er sich treu und still um die Anliegen der Heiligen Familie gesorgt.

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