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26.11.2017 21:38

Weihbischof Gerber weiht sechs Männer zu Ständigen Diakonen

Oberschopfheim (mr) Weihbischof Michael Gerber hat am Christkönigsfest (26.11.) in der Pfarrkirche St. Leodegar in Oberschopfheim sechs Männer zu Ständigen Diakonen geweiht.

Meinrad Bächle, Michael Baumann, Matthias Effner, Jörg-Christoph Gairing, Claus Rühle und Thomas Schneeberger haben sich intensiv auf diesen Tag vorbereitet und freuen sich auf die nun kommende Zeit, in der sie als Ständige Diakone in den Gemeinden, Schulen und in der Seelsorge tätig sein werden.

Glaube ist für Meinrad Bächle eine Konstante, die ihn durch große Krisen in seinem Leben getragen hat. "Dieses Bewusstsein, dass Gott uns Menschen begleitet, möchte ich gerne weitergeben", sagt der 48-Jährige aus Bad Peterstal-Griesbach. Seine Entscheidung, Diakon zu werden, ist langsam in ihm gewachsen. Für Meinrad Bächle ist es ein verbindliches "Ja" zu der Kirche, die ihm Heimat gibt: "Das Gottes- und Menschenbild, das im christlichen Glauben vermittelt wird, sorgt dafür, dass ich mich hier wohl fühle."

Michael Baumann möchte gerne für die Menschen da sein. "Ich möchte sie auf ihrem Lebensweg begleiten, so wie Jesus die Jünger auf ihrem Weg begleitet hat. Ich brenne für die Menschen", sagt der 56-Jährige aus Freudenberg. Dennoch hat er lange mit sich gekämpft und sich gefragt, ob er die Weihe zum Diakon überhaupt brauche: "Den Dienst kann ich jetzt mit einer größeren Freiheit tun. Ich bin verbindlich dabei und dafür möchte ich mich einsetzen."

Für Matthias Effner ist seine Berufung nicht nur ein Weg hin zu Gott, sondern auch zu sich selbst: "Der Weg zum Diakon hilft mir dabei, mein gutes Ich zu stärken", sagt der 41-Jährige aus Weil am Rhein. Seine Beziehung zu Gott bezeichnet Matthias Effner als eine "sprechende" Beziehung: "Ich unterhalte mich gerne mit Gott. Das tut mir gut, auch wenn die Antwort immer auf Umwegen kommt. Und ich merke, dass ich dadurch auch im Gespräch mit Menschen immer wieder gute, heilende Worte finde." Als Diakon will er die Menschen begleiten und mit ihnen durch dick und dünn gehen. Wichtig ist ihm aber auch, dass Kirche fröhlich ist: "Man muss Lust darauf haben."

Für Jörg-Christoph Gairing bedeutet Christ sein, den Glauben an dem Ort zu leben, an den jeder gestellt ist: "Mein Glaube schenkt mir die Freiheit, der Mensch zu werden, den Gott in mir sieht." Dabei war der Glaubensweg für den heute 36-Jährigen nicht immer ganz geradlinig: "Als junger Erwachsener war ich weit weg von Kirche, da ich vor allem einengende Aspekte wahrgenommen habe." Seinen ersten intensiven Kontakt mit einem Ständigen Diakon hatte Jörg-Christoph Gairing bei seiner ersten Stelle als Gemeindereferent. Dessen Dienst hatte ihn sofort angesprochen: "Ich habe darin eine Chance gesehen, ein anderes Augenmerk auf die tägliche Arbeit zu legen. Es ist eine innere Haltung, in allem, was wir tun, den diakonischen Blick zu behalten." Begeistern kann sich Claus Rühle für vieles: Er hat einen Flugschein und ist schon Rallyes gefahren, doch jetzt lässt er sich auf ein lebenslanges Abenteuer ein - er wird Diakon. Dabei hat er einen langen Weg hinter sich und auf seiner Suche nach dem Sinn des Lebens viel ausprobiert. "Ich habe mich mit vielen esoterischen Ausprägungen beschäftigt von Tarot über Esoterik und Pendeln bis hin zur Reinkarnation", erzählt der 51-Jährige. "Aber am Ende jedes Suchens geht es nicht ohne das Glauben." Jetzt ist er an seinem Ziel angekommen, der zugleich Neuanfang ist. Im Zusammentreffen mit Pater Roman aus Todtmoos hat sich Claus Rühle erstmals mit der Idee auseinandergesetzt, Diakon zu werden. "Wir haben in unserer Kirche eine wunderbare Mystik. Es ist diese Sehnsucht nach einem Geheimnis, diese Sehnsucht, geliebt zu werden und zu lieben, wie in einer Ehe", sagt Rühle. "Gott ist ein Gott, der in Kauf nimmt, dass man ihn ablehnt." Das ist ein starker Satz für jemanden, der gerade kurz vor der Diakonenweihe steht und sich auf ein kirchliches Amt vorbereitet. Doch dieser Satz steht bei Thomas Schneeberger für einen Dienst: "Wir sind auch dazu da, die Menschen in ihrer Freiheit zu begleiten und zu fördern." Seinen Berufsweg hat er als Krankenpfleger begonnen und mehrere Jahre in der Pflege gearbeitet. "Ich wollte aber schon immer Theologie studieren." Seinen Dienst als Diakon sieht er darin, etwas von dem zu vermitteln, wie Menschen miteinander umgehen können: "Wenn dieser Jesus etwas geschafft hat, dann Menschen miteinander in Beziehung zu bringen." Der Weihegottesdient bildet den Abschluss der mehrjährigen Ausbildung und ist zugleich der Auftakt zum Dienst des Ständigen Diakons. Mit der Weihe wird der Kandidat endgültig und ständig in den Dienst Jesu Christi und der Kirche genommen. Ständige Diakone sind Christen, die im Glauben und in der Kirche verwurzelt und gleichzeitig in ihrem beruflichen, gesellschaftlichen und familiären Verantwortungsbereich anerkannt sind. Sie sind zusammen mit anderen Christen in bestimmten Themenbereichen engagiert: zum Beispiel für Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen zuständig oder in der Jugendarbeit aktiv. Bereits seit 52 Jahren können Männer, die verschiedenen Zivilberufen nachgehen, zum Ständigen Diakon geweiht werden - auch Familienväter.

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