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02.12.2017 15:34

Haushaltsvolumen der Erzdiözese wächst

Freiburg (mr) Mit deutlichen Schwerpunktsetzungen in Seelsorge, Ehrenamtsförderung und Bildung will die Erzdiözese Freiburg in den nächsten Jahren die Herausforderungen der Zukunft angehen. Die Richtung dafür geben die Diözesanen Leitlinien (DLL) vor, die im Sommer verabschiedet worden waren. Auf einer Sitzung der Kirchensteuervertretung unter Leitung von Prof. Annette Bernards in der Katholischen Akademie wurde am Freitag und Samstag (1./2.12.) der Doppelhaushalt für die Jahre 2018 und 2019 verabschiedet. Einer der Schwerpunkte kirchlichen Engagements soll in den nächsten Jahren die Förderung des Ehrenamts sein. So wird die Erzdiözese ein diözesanes Förderprogramm "Engagementfreundliche Kirche vor Ort" auflegen und hierfür die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. "Die Gemeinschaft mit anderen", so Erzbischof Stephan Burger in seiner Ansprache an die Kirchensteuervertretung, "die Übernahme einer sinnstiftenden Tätigkeit oder auch die Freude am Engagement sind weit bedeutender als früher". Gleichwohl, so der Erzbischof weiter, sei das ehrenamtliche Engagement kein Selbstläufer: "Menschen, die sich engagieren, wollen an Entscheidungsprozessen beteiligt sein, ihre eigenen Ideen einbringen, fragen nach qualifizierter Begleitung, nach fachlicher Unterstützung und nach professionellen Rahmenbedingungen". Dem wolle die Erzdiözese Rechnung tragen.

Gemeinden sind "Pforten der Kirche"

Ein zweiter Schwerpunkt soll in den nächsten Jahren erneut auf der Seelsorge in den Kirchengemeinden liegen. Denn die Gemeinden, so Erzbischof Burger, seien "die Pforten der Kirche", die Orte, in denen Menschen die Kirche erleben und Zugang zum Glauben finden können. Der größte Teil, knapp zwei Drittel der Haushaltsmittel der Erzdiözese fließt daher auch in die Gemeinden. Dazu gehören auch die Personalkosten für die Priester, Ständigen Diakone, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten, Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sowie weiterer Frauen und Männer im pastoralen Dienst. Doch die Kirche dürfe nicht nur um Berufung beten, so Erzbischof Stephan Burger: "Wir müssen auch neue Ideen und Initiative entwickeln, wie wir Menschen helfen können, ihre Berufung zu entdecken und zu leben". Als Beispiel für solche neuen Initiativen nannte er das "Freiburger Orientierungsjahr", das nun auch nach Mannheim "exportiert" werden soll. Diese beiden Initiativen wenden sich an junge Menschen, die nach ihrem Schulabschluss nach Richtung und Perspektive für ihr Leben suchen und die christliche Botschaft dafür zur Orientierung nutzen. Die Orientierungsjahre integrieren sich damit in das breite Angebot kirchlicher Jugendarbeit und -förderung, das auch zukünftig aufrecht erhalten werden soll.

Bildung als zentrales Handlungsfeld

Auch in den nächsten Jahren soll schließlich die Bildung ein Schwerpunkt des Engagements der Erzdiözese sein. Denn auch die Diözesanen Leitlinien bezeichnen Bildung als "zentrales kirchliches und gesellschaftliches Handlungs- und Entwicklungsfeld". Im Diözesanhaushalt gehört dieses Budget deshalb auch zu den großen Posten und umfasst knapp rund ein Sechstel des Haushalts. Dazu gehören die Unterstützung kirchlicher Schulen und der schulische Religionsunterricht ebenso wie die außerschulische Bildungsarbeit und der Betrieb zahlreicher kirchlicher Bildungshäuser. Der Bereich der Bildung beginnt in der Erzdiözese Freiburg bereits mit der frühkindlichen Bildung in Kindergärten und Familienzentren und setzt sich im Hochschulbereich, im Engagement der Bildungswerke und der Erwachsenenbildung fort. Die Bedeutung, die der Unterstützung von Familien beigemessen wird, zeigt sich unter anderem an der Verlängerung des Programms "Bezahlbares genossenschaftliches Wohnen", mit dem die Erzdiözese die Schaffung bezahlbarer Wohnungen für benachteiligte Menschen, vor allem Familien und Senioren, unterstützt.

Haushaltsvolumen ist leicht gestiegen

Das Haushaltsvolumen für 2018 und 2019 liegt bei jeweils rund 660 Millionen Euro (zum Vergleich: 2017: 630 Millionen Euro). Der größte Teil der Einnahmen (rund 520 Millionen Euro) sind Kirchensteuern. Keine Auswirkungen auf den Doppelhaushalt haben die geplanten Rückstellungen, die aufgrund der voraussichtlichen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen gebildet werden müssen. Diese werden anteilig auf die Haushaltsjahre 2016 und 2017 verteilt. Sobald eine Zuordnung nach § 252 HGB vorgenommen werden kann, wird dazu ein Nachtragshaushalt entworfen. Die geplante Rückstellung kann vollständig aus den Gewinnvorträgen und Rücklagen des Erzbistums bedient werden und hat daher keine Auswirkungen auf die Haushaltsplanung 2018 und 2019.

Größter Teil geht in die Seelsorge

Der größte Teil des Haushalts kommt der Seelsorge in den Kirchengemeinden zugute. Die sogenannte "Punktequote", mit der bestimmte Kennzahlen der Gemeinden multipliziert werden, um die Summe der Zuweisungen zu berechnen, wurde im Vergleich zu den Vorjahren von 540 auf 564 Euro erhöht. Zur Aufteilung des Anteils der Kirchengemeinden/Gesamtkirchengemeinden am Aufkommen der einheitlichen Kirchensteuer (Schlüsselzuweisungs-Berechnung) wird für jede Kirchengemeinde eine Punktezahl festgestellt. In Gesamtkirchengemeinden werden die für die Einzelkirchengemeinden festgestellten Punktezahlen der Gesamtkirchengemeinde zugerechnet. Die Punkte, die einer Kirchengemeinde/ Gesamtkirchengemeinde zugerechnet werden, sind Maßstab für ihren Anteil an dem als Schlüsselzuweisung auszuschüttenden Gesamtbetrag. Die Punktezahl, vervielfacht mit der Punktquote, ergibt den Jahresbetrag der Schlüsselzuweisung. Auch für die Personalplanung der Erzdiözese ist die Seelsorge einer der wichtigsten Maßstäbe: Sämtliche neue Personalstellen in der Verwaltung der Erzdiözese mussten sich an einem strengen Kriterienkatalog messen lassen, an deren erster Stelle die Frage stand, ob neue Stellen - zumindest indirekt - im Dienst der Gemeinden und damit der Seelsorge stehen. Diese Prüfung erfolgte ebenfalls entsprechend den Diözesanen Leitlinien, nach denen die Verwaltung den Sendungsauftrag der Kirche unterstützen soll.

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