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10.01.2017 18:43

Erzbischof lädt bei Neujahrsempfang zum Einsatz für die Menschenwürde ein

Freiburg (mr) Eine gesunde Demokratie lebt nach den Worten von Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) „von einem funktionierenden Sozialstaat und die Gesellschaft vom sozialen Engagement der Mitbürger“. Weiter erklärte er beim Neujahrsempfang der Erzdiözese Freiburg am Dienstagabend (10.1.): Das sei entscheidend, um den Menschen „Existenzängste zu nehmen und auch Schwächeren, Menschen mit Handicap Teilhabe zu ermöglichen“.

In Zeiten negativer Schlagzeilen entstehe bei vielen „ein Gefühl der Ohnmacht und Verunsicherung“. Der Erzbischof sagte: „Die einen lassen - mehr oder minder resigniert - den Dingen ihren Lauf und versuchen, wenigstens ihr eigenes kleines Glück zu retten. Sie ziehen sich aus Politik, Gesellschaft, Kirche und ehrenamtlichem Engagement zurück mit der Einschätzung: Es lässt sich ja doch nichts ändern.“ Andere seien in Gefahr, in Hektik und Nervosität zu verfallen oder nach allzu einfachen Lösungen Ausschau zu halten und selbsternannten Heilsbringern nach zu laufen. Beides ist nach Erzbischof Burger geprägt von der Angst, „die bekanntlich noch nie ein guter Ratgeber war. Steigt der Hochwasserpegel der Angst gar zu weit an, besteht Gefahr für unsere Demokratie.“

Erzbischof: Konstruktiver Dialog in pluraler Gesellschaft nötig

Der Erzbischof von Freiburg lud dazu ein, „Botschafter der Hoffnung“ zu sein und sich als solche „immer und überall für die uns von Gott geschenkte Würde des Menschen“ einzusetzen. „Wer diese Würde achtet, wird seinem Mitmenschen mit Respekt begegnen, ihn nicht abwerten, sondern aufwerten“, sagte er. Vor vielen hundert Gästen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kirchen erklärte er: Gerade in einer pluralen Gesellschaft, „in der Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen und auch verschiedenen religiösen Überzeugungen Tür an Tür wohnen“, brauche es „den Dialog miteinander und die gemeinsame Anstrengung aller, die grundlegenden Werte – wie Solidarität, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Nächstenliebe – zu leben und zu vermitteln. Es braucht das konstruktive Zusammenwirken von Familie und Schule, von Medien, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Öffentlichkeit und Religionen.“

Erzbischof: „Weit mehr Hilfsbereitschaft, als wir oft wahrnehmen“

Der Erzbischof von Freiburg verwies darauf, dass es „unter uns weit mehr Hilfsbereitschaft gibt, als wir oft wahrnehmen“. Es gebe sehr viele Menschen, die sich für andere einsetzen und die nicht zuerst fragen, was ihnen das bringt und ob es sich lohnt. „Von ihrem Einsatz lebt eine friedliche und lebendige, eine gerechte und eine menschenfreundliche Gesellschaft, davon leben wir alle“, so der Erzbischof. Er dankte allen, die in Politik und Wirtschaft, in Bildung und Wissenschaft, in sozialen Diensten, in Behörden und Ämtern „für Menschlichkeit stehen und einstehen, für die Werte des Evangeliums, für die Grundwerte unserer Demokratie“. So sei alles, „was Menschen zu einer Menschheitsfamilie verbindet und zusammenwachsen lässt, was dem Frieden dient, was die Gerechtigkeit fördert und dem Schutz der Schöpfung dient“, Aufgabe der Kirche.

Mit dem Wort „Barmherzigkeit“ hat Papst Franziskus den Menschen nach Erzbischof Burger „etwas geschenkt, wie den Inbegriff oder eine Kurzformel des ganzen christlichen Glaubens. Dass Gott barmherzig ist und dass sich deshalb in unserem Handeln seine Barmherzigkeit zu spiegeln hat, gerade wo wir als Kirche handeln, das hat das Potential, eine Gesellschaft zu verändern, die in so manchen Bereichen immer gnadenloser zu werden scheint, indem die Sprache roher, die Kommunikation gehässiger werden und die Gesetze der Effizienz und Ökonomie die Hoheit erlangen, wo Menschlichkeit die Leitwährung bleiben sollte.“

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