banner banner
news-aus-baden.de

zurück

Nachricht

24.09.2017 11:06

Diakonweihe mit Erzbischof

Eutingen (mr) Erzbischof Stephan Burger hat davor gewarnt, die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse absolut zu setzen. "Wir sind dort auf dem richtigen Weg, wo wir uns von Gott her zeigen lassen, was für unser Leben letztlich zählt", sagte er in seiner Predigt bei der Weihe von Arul Arockiasamy zum Diakon am Sonntag (24.9.) in Eutingen (Dekanat Pforzheim). "Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass das Leben nicht immer nach Plan verläuft. Oft ärgern wir uns im ersten Moment, wenn sich unsere Pläne nicht erfüllen. Und deshalb ist es so wichtig, sich die Fähigkeit zu erhalten, für Gottes Pläne, für sein Handeln an uns, offen zu sein." Die Bereitschaft, sich darauf einzulassen, sei gelebter Gottesglaube.

Sackgasse Befindlichkeit

Nach den Worten von Erzbischof Burger ist die Vorstellung, dass die Menschen alles selbst in der Hand hielten, widerlegt: "Die schrecklichen diktatorischen Regime des 20. Jahrhunderts, die meinten, selbst zur Erlösung des Menschen beitragen zu können, sind tragisch gescheitert. Aktuelle Beispiele, bei den USA angefangen, über die Türkei, den Nahen Osten bis hin zu Nordkorea haben da ihre eigenen Signalwirkungen."

Er weist darauf hin, dass das stetige Betrachten der eigenen Empfindlichkeit in die Isolation und in die Sackgasse führe: "Um die Zukunft zu gewinnen, ist es wichtig, die Realität anzuerkennen, dass Gott es ist, der uns dafür die Richtung weist. Seine Wege geben die Orientierung zu gelingendem Leben."

"Engstirniges Denken und Handeln aufbrechen"

Der Erzbischof von Freiburg erinnerte in seiner Predigt daran, dass Christen großherzig sein sollten und eben nicht kleinkariert: "Gott will unser oft so engstirniges Denken und Handeln aufbrechen. Gott lehrt uns, gütig zu sein. Er setzt Versöhnung und Barmherzigkeit gegen alle Rechthaberei und Gewalt." Deshalb seien Christen am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Familie nie ganz fertig mit ihrem Glauben: "Im Gegenteil: Wir sind immer neu gefordert, sei es auch durch Fragen und Zweifel."

Aus Indien über Nepal nach Freiburg

Der neu geweihte Diakon Arul Jothi Arockiasamy stammt aus Südindien und war bereits in seiner Jugend mit seinem Pfarrer bei dessen Pastoralbesuchen unterwegs. Dabei wurde er besonders vom Schicksal der Straßenkinder berührt und trat nach dem Abitur in einen geistlichen Orden ein, um ihnen helfen zu können. Da ihm dieses jedoch nicht zugesichert werden konnte, verließ er nach seinem Hochschulabschluss in Philosophie den Orden wieder und studierte zusätzlich Englisch, Politik und Geschichte. Er arbeitete dann zunächst als Lehrer in Nepal und befasste sich in dieser Zeit immer wieder mit dem Gedanken, Priester zu werden. Von einem Kollegen, der selbst einige Zeit in Wien verbracht hatte, erfuhr er von der Möglichkeit, in Deutschland Theologie zu studieren. Ab 2009 lebte Arul Arockiasamy dann im Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg. Seine Auswärtssemester verbrachte er in Würzburg und konnte im Praxissemester in der Seelsorgeeinheit Mannheim-Südwest erste pastorale Erfahrungen sammeln, die er in seinem Diakonatsjahr in der Seelsorgeeinheit Eutingen (Dekanat Pforzheim) weiter vertiefen wird.

Diakonenweihe: auf dem Weg zur Priesterweihe

Die Weihe zum Diakon ist für die jungen Männer eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe und gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg der Priesterseminaristen. Seit September 2016 arbeiten sie in einem einjährigen Pastoralpraktikum in einer Seelsorgeeinheit der Erzdiözese Freiburg und bereiten sich intensiv auf ihre Diakonenweihe vor. Das Wort "Diakon" stammt vom griechischen Verb "diakonein". Es bedeutet "dienen" und "fürsorglich helfen".

Während der Diakonenweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale wie das intensive Gebet im Liegen vor Gott, das ein Ausdruck des tiefen Gottvertrauens der angehenden Diakone ist. Dann folgt das freiwillige Versprechen, ein Mann des Gebetes zu sein, den Armen zu helfen, in Ehelosigkeit zu leben und dem Bischof die Treue zu halten. Nun legt jeder Kandidat seine Hände in die des Bischofs - ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens. Der Bischof hält segnend die Hände über den Kopf des zukünftigen Diakons und spricht das Weihegebet. Im Anschluss daran werden die Diakone mit ihrer neuen "Dienstkleidung" versehen. Jeder Diakon erhält zudem eine Bibel, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine ihrer zentralen Aufgaben. Am Ende der Weihe umarmt der Bischof die neugeweihten Diakone als Zeichen der Wertschätzung.

© by www.news-aus-baden.de 2006 - 2017
Impressum/ Kontakt/ Nutzungsbedingungen
Webdesign+Programmierung

Valid XHTML 1.0 Transitional Valid CSS!