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01.11.2017 08:49

Neue Vereinbarung zur ökumenischen Zusammenarbeit unterzeichnet

Freiburg/Karlsruhe (mr) Unter dem Motto "Eins in der Taufe Christi" haben der katholische Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) und der evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh am Reformationstag (31.10.) in der Stadtkirche Karlsruhe einen ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Der "Tauferinnerungsgottesdienst" bildete den ökumenischen Höhepunkt des Reformationsgedenkens in Baden. Beide Bischöfe unterzeichneten dabei feierlich eine Vereinbarung zur vertieften ökumenischen Zusammenarbeit zwischen der badischen Landeskirche und der Erzdiözese Freiburg.

Cornelius-Bundschuh hob in seiner Predigt hervor, dass die gemeinsame Taufe "gegenseitig in die Verantwortung füreinander führt, gerade auch für die, die uns fremd oder fern sind." Der evangelische Landesbischof unterstrich zugleich die Bereicherung der Kirche durch die ökumenische Vielfalt: "Wir sehen die andere Kirche, ihre Traditionen, ihre Liturgie, ihre Lebensform und staunen: Was gibt Gott uns, seiner ganzen Kirche durch diese Kirche, diese Gemeinde?". Die Kirchen brauchten einander mit ihren verschiedenen Gaben, "als evangelische Kirchen, die um die Nähe zu den Menschen und um Zeitgemäßheit ringen, als orthodoxe Kirche, die einen reichen Schatz der Tradition in unser Miteinander bringt, als katholische Kirche, die den Gedanken der Einheit mit großem Ernst pflegt und das Leibhaftige der Elemente im Abendmahl, aber auch bei der Taufe so ernst nimmt", sagte Cornelius-Bundschuh.

Auch Erzbischof Stephan Burger erinnerte an die Einheit der Christen durch die Taufe. "In Jesu Geist, der Versöhnung und Einheit stiftet, wollen wir in diesem Gottesdienst am Reformationstag 2017 unsere Vereinbarung für die ökumenische Zusammenarbeit unserer Kirchen erneuern und uns verpflichten, den eingeschlagenen Weg weiter voran zu schreiten", erklärte der Erzbischof. Wer getauft sei, stehe "auf wunderbare Weise in Verbindung mit allen anderen Getauften - da verlieren die anderen Unterschiede, die sozialen konfessionellen, ja selbst die natürlichen Unterschiede an Bedeutung", sagte Burger. "Getauft sein, das heißt: Wir gehören zusammen, wir interessieren uns füreinander, wir stärken uns gegenseitig, damit sich der eine Geist ausbreitet", unterstrich der Erzbischof in seiner Predigt in der Karlsruher Stadtkirche.

Bereits 2004 wurde für Baden eine Rahmenvereinbarung für ökumenische Partnerschaften entwickelt. Die jetzige, aktualisierte Rahmenvereinbarung soll auch die ökumenische Zusammenarbeit in den Dekanaten fördern und nimmt noch stärker das Zusammenwirken in die Gesellschaft in den Blick. Die Vereinbarung betont, dass neben der "bilateralen Ökumene" auch die Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedern der "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen" und der "Gemeinden anderer Sprache und Herkunft" wichtig ist.

Erstmals wurde im Rahmen der neuen Vereinbarung auch die ökumenische Zusammenarbeit auf landeskirchlicher bzw. diözesaner Ebene festgehalten. Dazu gehören unter anderem gemeinsame, überregionale Gottesdienste bei aktuellen Anlässen, das gemeinsame Eintreten für bedrängte und verfolgte Christen, Begegnungen von Landessynode und Diözesanrat, gemeinsame Akademietagungen zu ökumenischen Grundsatzfragen oder Begegnungen zwischen evangelischem Predigerseminar und katholischem Priesterseminar. Im Bereich der Seelsorge soll die Begleitung von Menschen zu Hause, in Kliniken, Altenheimen, Hospizen, Flüchtlingsheimen weiter ökumenisch entwickelt werden. Auch im Bildungsbereich, wo unter anderem die "Konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht" eine große Rolle spielt, soll die enge Zusammenarbeit weitergeführt werden, desgleichen im Bereich von Diakonie und Caritas. Öffentliche Stellungnahmen zu den Themen Gerechtigkeit, Frieden, Klimagerechtigkeit, Schöpfung und Menschenrechte sollen möglichst häufig, gemeinsam abgegeben werden, sieht die Rahmenvereinbarung vor.

Der Festgottesdienst am Abend des Reformationstages war der dritte ökumenische Gottesdienst mit den beiden badischen Bischöfen im Jahr des Reformationsgedenkens. Im März wurde unter der Überschrift "Heilendes Erinnern" ein Versöhnungsgottesdienst in Offenburg gefeiert, im Juni fand anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen ein Dankgottesdienst für gelebte Ökumene in Schopfheim statt.

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