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25.12.2017 16:05

Christvesper-Gottesdienst an Heilig Abend mit Stadtdekan Engelhardt

Freiburg (mr) Vielen Menschen komme die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium vor wie eine Märchenerzählung. Doch „Weihnachten hat eine unglaubliche Kraft“. Das sagte Stadtdekan Markus Engelhardt beim Christvesper-Gottesdienst an Heilig Abend in der Christuskirche. Zwar sei die Erzählung von Maria und Josef und Gottes Kind in der Futterkrippe literarisch eine Legende. Doch sie sei „überhaupt nicht am Elend der Welt vorbei erzählt“. Denn die Weihnachtsgeschichte ziele nicht „auf fotografierbare Ereignisse, sondern auf eine Wahrheit in den Bildern“, sagte Engelhardt. Die Zeichen in der Geschichte besagten „große Freude für die, die sie brauchen“.

Der Stadtdekan bezog sich auf Menschen, die in ihrer Verbitterung unfähig seien, sich andern zu öffnen und sich beschenken zu lassen. Die Suche nach Raum in der Herberge sei nicht nur Schicksal der Heiligen Familie gewesen, viele Klima-Flüchtlinge heutzutage, aber auch Christen, die in islamischen Ländern mit dem nackten Leben davon gekommen seien, begegneten „uns inzwischen nicht mehr nur über TV-Bilder, sondern hautnah“. Das führe auch dazu, dass eine „wachsende Zahl einheimischer Menschen nun ihrerseits Angst um ihre ‚Herbergen‘ haben und mit Wut gegen die hierher Gekommenen“ reagierten. Dieser Angst setzte der Stadtdekan den Gesang der Engel auf dem Hirtenfeld entgegen: „Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“. Dieser Weihnachtsfriede sei beispielsweise vor über 100 Jahren Realität geworden, als englische und deutsche Soldaten in den Weihnachtstagen während des ersten Weltkrieges die Waffen schweigen ließen. „Menschen, die darauf getrimmt waren sich zu töten, halten inne, lassen sich anrühren von den Engelworten und vom Frieden auf Erden, legen ihre Waffen aus der und nehmen Geschenke in die Hand“, sagte Engelhardt. Die Welt werde anders, wo Menschen die Weihnachtserfahrung in ihr Herz lassen. Der Dekan sprach auch die aktuelle Lage in Europa an. Europa sei ein Friedensprojekt, dem die weihnachtliche Botschaft „in seine DNA eingeschrieben“ sei. Doch angesichts der Gefährdung der europäischen Idee durch „Schreihälse und schreckliche Vereinfacher“ könne nicht genug betont werden, wie wenig selbstverständlich diese Idee sei. Nur wer sich klar mache, dass die Völker, die heute in Europa zusammenwirken, einst erbitterte Feinde waren, könne ermessen, wie kostbar die gewonnene Gemeinsamkeit sei. Seit 72 Jahren sei die Vision, dass Frieden auf Erden doch möglich ist, nie not-wendiger als heute. Wer Weihnachten in sein Herz lasse, gehe mit der Sehnsucht nach Frieden, nach Liebe und Heil in seinen Alltag und werde „verzaubert von den alten Liedern und den Worten des Evangeliums, die von einer neuen Wirklichkeit erzählen“, sagte Engelhardt am Ende seiner Predigt.

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