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25.12.2017 16:20

Predigt von Erzbischof Burger am 1.Weihnachtsfeiertag

Freiburg (mr) Im vollbesetzten Freiburger Münster hat Erzbischof Stephan Burger das Weihnachtsfest mit einem festlichen Pontifikalamt gefeiert. In seiner Predigt am Weihnachtstag (25.12.) blickte der Freiburger Erzbischof unter anderem auf zwei seiner Reisen im vergangenen Jahr zurück: die Pilgerfahrt der Erzdiözese in Heilige Land und seine Reise nach Peru Anfang Dezember.

Trotz des erfreulichen Anlasses, des 50-jährigen Bestehens der Deutschen Gemeinde in Lima, zeigte Burger sich tief bewegt von den Verhältnissen in Peru, besonders von der deutlich sichtbaren Trennung zwischen Arm und Reich. „Ich war seltsam berührt, als ich in Lima auf dem Hügel stand, auf dem ein Stück der Mauer entlangläuft, die einen Stadtteil von einem anderen trennt. Die Mauer ist nicht sonderlich hoch – und doch eine Trennung, eine Trennung zwischen Arm und Reich, eine Trennung zwischen Wohlstand und Elend. Und die, die im Elend leben, gehen jeden Tag hinüber zu den Reichen, um dort zu arbeiten. Abends kehren sie wieder zurück in ihr Elend, in ihre Bescheidenheit. Sie wandern zwischen zwei Welten“, sagte Burger.

Gerade der Blick auf diese Armut und das Leid weise auf die zentrale Botschaft des Weihnachtsfestes hin: in ein zerfallenes Haus wird der Retter, der Messias, geboren, da für Maria und Josef kein Platz in der Herberge war. Durch seine Geburt habe „Christus uns Menschen die Möglichkeit eröffnet, Mauern und Grenzen zu überwinden, egal auf welcher Seite der Mensch geboren wird, unabhängig davon, auf welcher Seite er heranwächst“, so der Freiburger Erzbischof.

Zukunft jenseits aller Mauern und Abschottungen

Bei seinem Besuch im Heiligen Land konnte Erzbischof Burger die Realität beiderseits einer weiteren Mauer erleben. Angesicht dieser Mauer, die Bethlehem von Israel trennt, sehe er „beide Seiten in die Pflicht genommen, nicht mit Gewalt, sondern im Frieden die Probleme zu lösen“. Aus der eigenen Geschichte wissen wir, so der Erzbischof weiter, „dass sich mit Mauern auf Dauer keine Gesellschaft aufbauen und in die Zukunft führen lässt. Das war es, was Jesus gerade wollte, eine Gesellschaft aufbauen, Zukunft eröffnen, jenseits aller Mauern und Abschottungen.“

Das Engagement vieler Menschen guten Willens zeige, dass „dies nicht nur eine Utopie darstellt, sondern Wirklichkeit werden kann, ja auch Wirklichkeit ist, wenn auch noch nicht vollendet“, betonte Burger.

Der Freiburger Erzbischof unterstrich, dass das Reich Gottes sich nur dort verwirklichen könne, „wo Menschen sich vor Ort engagieren, um gegen die Benachteiligung von anderen anzugehen.“ Jesus Christus selbst habe uns die Liebe Gottes in die Wiege, in die Krippe gelegt und dies gelte es zu leben. Darin zeige sich unsere Gotteskindschaft.

„Beitrag für eine gerechtere Welt beisteuern“

„Weihnachten nimmt uns in die Pflicht, darin nicht nachzulassen, unseren Beitrag für eine gerechtere Welt beizusteuern“, sagte Stephan Burger. Es gelte „das Wort, das Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat“ zu bewahren. „Bis heute will dieses Wort durch uns in diese Welt hineingeboren werden, durch unseren gelebten Glauben, durch unsere gelebte Hoffnung, durch unsere gelebte Liebe, sei es für die Menschen, sei es im Blick auf seine ganze Schöpfung. Dieses Wort will bei uns wohnen, sich bei uns niederlassen, bei uns einkehren“, hob der Erzbischof hervor.

Burger erinnerte daran, dass unabhängig von all den Mauern, die in der Welt bereits errichtet worden seien, die Neugierde der Menschen stets größer und stärker war „über die Mauer hinwegzuschauen, nachzusehen, was jenseits davon ist.“ Nicht viel anders verhielte es sich mit der Mauer zwischen dem diesseitigem und dem jenseitigen Leben.

So wurden in der Geburt Jesu Christi „sämtliche Mauern zwischen Gott und den Menschen und der Menschen untereinander überwunden.“ Das göttliche Wort ist Mensch geworden, um uns sterbliche Menschen den Weg ins unsterbliche Leben zu eröffnen. Seine Liebe kennt keine Grenzen“, bekräftigte Burger.

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