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18.05.2018 15:56

Neuer Träger des Gregoriusordens

Freiburg (mr) Kurt Kramer ist neuer Träger des Gregoriusordens. Das gab das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg am Freitag (18. Mai) bekannt. In einer Feierstunde überreichte Erzbischof Stephan Burger dem Glockensachverständigen für sein Lebenswerk die hohe päpstliche Ehrung „Ritter des Gregoriusordens“. Der Erzbischof erklärte: „Papst Franziskus hat Sie mit diesem Orden geehrt, weil sie sich zu Ehren Gottes in den Dienst der Glocken gestellt haben.“

Nach Erzbischof Burger ist Kurt Kramer nicht umsonst „weit über die Bistumsgrenzen hinaus, ja sogar weltweit als ‚Glocken-Kramer‘, oder liebevoll als ‚Monsieur BimBam‘ oder sogar ‚Glockenpapst‘ bekannt“. Denn Kramer habe nicht nur eine Leidenschaft für Glocken, sondern auch einen umfangreichen Wissensschatz, wegen dem er als Experte hoch geschätzt werde. Burger würdigte Kramers wissenschaftliche Aufarbeitung der Kulturgeschichte der Glocke, seine zahlreichen Veröffentlichungen, Vorträge und Höraufnahmen die einem breiten Publikum die kulturelle und religiöse Bedeutung der Glocke nähergebracht haben. „Anhand der Geschichte der Glocke haben Sie am Verkündigungsauftrag mitgewirkt und tun dies auch weiterhin. Denn die Geschichte der Glocke spiegelt auch die Geschichte des Christentums, seiner Ausbreitung und Kultur wider, wie Sie es selbst in Ihrem Buch ‚Klänge der Unendlichkeit‘ darlegen.“

Glocken haben für die Menschen eine besondere Bedeutung, weil sie auf etwas Höheres verweisen. Das war Kurt Kramer nach den Worten des Erzbischofs stets bewusst. So habe er sich seit mehr als 30 Jahren verpflichtet, den Glauben an diese Bedeutung weiterzugeben. So lasse sich eine Philosophie der Glocken heute am besten mit einem Kramer-Zitat darlegen: „Glocken geben dem Tag einen Rhythmus und läuten eine Unterbrechung des Alltags ein - Zeit zum Gebet, Zeit zum Innehalten, Zeit für Gedanken über den Sinn des Lebens. Ihr Klang verbindet Himmel und Erde“.

Kurt Kramer: Studium der Architektur und Musik und die Faszination für Glocken

Der 1943 in Karlsruhe geborene Kurt Kramer studierte zunächst Architektur und Musik. Bevor er seine Faszination für Glocken entdeckte, arbeitete er einige Zeit als Architekt. „Seit den 70er Jahren waren Sie Campanologe, Glockensachverständiger im Erzbistum Freiburg und damit für mehr als 6000 Glocken zuständig“, sagte der Erzbischof. „Sie allein wissen, wie viele Türme Sie in all den Jahren bestiegen, wie viele Glockenstühle Sie besucht haben.“ Dabei habe er alle Widrigkeiten überwunden: „Die Furcht vor schmalen und steilen Treppen, vor staubigen Leitern und nicht gesicherten Aufstiegen durfte bei Ihnen nicht aufkommen. Die Hinterlassenschaften von Tauben und Fledermäusen sowie die Fülle von Insektenfriedhöfen auf Fensterbänken und Balken, diverse Spinnengewebe in Groß- oder Kleinausgabe sowie zugige Winkel und Höhenangst bildeten für Sie kein Hindernis, Ihrer Arbeit nachzugehen. Und wetterfest bzw. hitze- und kältebeständig galt es ebenfalls zu sein.“

Erzbischof Stephan Burger dankte Kurt Kramer für seinen langjährigen, treuen und sachverständigen Dienst in der Diözese. Besonders erwähnte er die Sanierung des Glockenstuhles und die Reintegration der Hosanna-Glocke im Freiburger Münster: „Nach 150 Jahren konnten dadurch erstmals wieder alle 18 Glocken gemeinsam erklingen.“

Der Gregorius-Orden, der bereits seit 1831 vergeben wird, ist eine der höchsten Auszeichnungen, die Laien in der katholischen Kirche durch den Papst verliehen bekommen können.

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