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31.05.2018 10:33

Weihbischof Michael Gerber predigt am Hochfest Fronleichnam

Freiburg (mr) Das Fronleichnamsfest lebt unübersehbar von einer Fülle an Traditionen: Prozessionen, Hymnen, Blumenteppiche und vieles mehr. Für Weihbischof Dr. Michael Gerber war das Anlass für die Frage, in welchem Verhältnis Tradition und Gegenwart heute zueinander stehen. In seiner Predigt am Hochfest des Leibes und Blutes Christi am Donnerstag (31.05.) im Freiburger Münster betonte er die Bedeutung des Wirkens Jesu selbst als Richtschnur für kirchliches Wirken heute: Wichtig sei eine "Orientierung an der Heiligen Schrift und immer wieder das Bemühen, diese auf die je aktuelle Situation hin auszulegen". Dabei sei das Kriterium der Orientierung an der Schrift "notwendig, aber nicht hinreichend, um zu beschreiben, was Kirche ist".

Die Texte der Bibel, so der Weihbischof, seien "wesentlicher Teil eines großen Lebensvorgangs - der Geschichte Gottes mit seinem Volk". In dieser Geschichte habe Gott seinem Volk stets die Treue gehalten, während das Volk ihm immer wieder untreu geworden sei. Dadurch könne in den Text der Heiligen Schrift in Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Fragen eine gewisse Schärfe liegen: "Viele aktuelle Fragen, denken wir an die Regierungskrise in Italien, an die Fragen um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und auch viele Herausforderungen, vor die wir als Kirche gestellt sind, haben mit der Frage mangelnder Erfahrung von Glaubwürdigkeit zu tun." Dabei ließe sich ein Trend beobachten, so der Weihbischof weiter: "Von einer Institution oder einer gesellschaftlichen Größe, die ich nicht als glaubwürdig erfahre, wende ich mich ab. Zugleich lebt gerade eine offene und plurale Gesellschaft vom Zusammenspiel der unterschiedlichen Institutionen und gesellschaftlichen Größen. Finden diese selbst immer weniger Rückhalt in der Gesellschaft, so entstehen für diese selbst dadurch neue Gefahren und Risiken." Die Bibel zeige hierbei ein "sehr realistisches Bild vom Menschen und von der menschlichen Gesellschaft", erläuterte der Weihbischof von Freiburg. Es sei "die Herausforderung, eine Balance zu leben einerseits zwischen dem Festhalten an der Vision, den damit verbundenen Werten und andererseits dem Annehmen der Gebrochenheit der Menschen, die im Namen dieser Vision unterwegs sind. Damit verbunden ist auch die Annahme der eigenen Gebrochenheit."

Fronleichnam - Besondere Verehrung des Altarsakramentes

Fronleichnam ist ein Hochfest am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag - zehn Tage nach Pfingsten - zur besonderen Verehrung des Altarsakramentes, der bleibenden Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Seit dem 13. Jahrhundert wurde als sichtbares Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi das eucharistische Brot (Hostie) in einem Schaugefäß (Monstranz) durch die Straßen getragen. Erzdiakon Robert von Lüttich führte aufgrund der Visionen der Augustinernonne und Mystikerin Juliana von Lüttich das Fest 1246 in der Diözese Lüttich ein. Papst Urban IV. (1261-1264) legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII. (1316-1334) sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abendländischen Kirche begangen wird. Bis heute werden Prozessionswege und Stationen mit Fahnen und Blumenteppichen geschmückt.

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