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13.06.2018 16:26

Pfarrer Gollnau wird in Dienst eingeführt

Freiburg (mr) Er ist bereits seit zweieinhalb Jahren da. Doch erst jetzt wird Jeremias Gollnau als Pfarrer im Predigtbezirk Lukas der Pfarrgemeinde Südwest eingeführt. Am Sonntag, 17. Juni wird Stadtdekan Markus Engelhardt den jungen Pfarrer um 14 Uhr in der Lukaskirche, Am Mettweg 39, für seine Aufgaben in St. Georgen und in Freiburg segnen.

Bisher war Jeremias Gollnau (35) Pfarrer im Probedienst. Nach seinem Studium der Theologie in Berlin, Tübingen und Heidelberg musste er erst, wie alle, die Pfarrerin oder Pfarrer werden wollen, diese zwei Jahre durchlaufen. Früher wurde die Zeit Pfarrvikariat genannt. Der Oberkirchenrat schlug ihm dann schließlich vor, als Gemeindepfarrer in Freiburg zu bleiben, und der Ältestenkreis stimmte freudig zu. "Ich bleibe gerne hier, denn ich habe viel Positives vorgefunden", erklärt Gollnau seine Entscheidung. Hier gäbe es "viele Engagierte, die sich einbringen wollen und viele Familien, die ansprechbar sind". Dabei ist dem promovierten Theologen die zentrale Stellung des Gottesdienstes im Gemeindeleben besonders wichtig. Ihm ist zugleich klar, dass das Bild der Kirche und vom Pfarrersein in der Gesellschaft einem "starken Umbruch" unterworfen ist und "an Selbstverständlichkeit verliert". Die Antwort darauf sieht Pfarrer Gollnau im Gottesdienst. Hier will er "wachsam und genau nach gelingenden Verbindungen von Altem und Neuem suchen und versuchen, auch die alte Sprache der Bibel mit unserer Sprache heute zu verbinden. Das heißt für ihn selbstverständlich, dass auch Gemeindeglieder oder Konfirmanden in die Gottesdienstgestaltung einbezogen werden. Und er sagt: "Ich bin ein Mensch der Brücken, der Mitte." Sein Traumbild sei es, "Menschen zu verbinden, einen Beziehungsraum zu schaffen, in dem sich Gemeinde zusammen auf die Suche macht, die Suche nach Tiefe, die Suche nach Gott." Auf dieser Suche gehöre immer Beides zusammen, "der Kopf und das Herz". Denn nur, wenn wir uns als ganze Menschen darauf einlassen, entdecken wir auch die "Fülle und Schönheit der Beziehung zu Gott." Und aus dieser Beziehung heraus entstehe dann das konkrete Handeln, wie etwa das Engagement des Pfarrers und der Gemeinde in der Flüchtlingsarbeit. Auch das lange geplante Haus für Pflegen und Wohnen, das "Haus Lukas", das unmittelbar vor der evangelischen Kirche gebaut wird, spielt dabei eine zentrale Rolle. "Hier sehe ich großes Potential, die diakonische Seite der Gemeinde stärken", meint Gollnau, im kommenden Herbst ist die Grundsteinlegung für dieses Stadtteil-Projekt geplant.

Dass er Pfarrer sein darf, bezeichnet Gollnau als "Privileg und Geschenk". Der Entschluss dazu sei jedoch erst während des Studiums gereift. Nach dem Ende des Zivildienstes, kurz vor Studienbeginn hatte er sich im Alter von 20 Jahren taufen lassen. Mit dem Religionsunterricht in der Oberstufe habe das Nachdenken über Theologie begonnen. "Menschen, die Fragen und Anfragen an den Glauben haben, sind mir besonders nah", sagt Gollnau, denn so sei er selbst zum Studium und zu dem Beruf gekommen. Und heute weiß er: "Das Gemeindepfarramt ist der Ort, an dem ich sein will." Mit Frau und Kindern (vier und zwei Jahre sowie das jüngste acht Monate alt) wohnt er im alten Pfarrhaus der Melanchthonkirche in Haslach, in dem sich auch das zentrale Pfarramt der Pfarrgemeinde Südwest befindet. "In sieben Minuten bin ich von der Markgrafenstraße zur Lukaskirche geradelt", erzählt der Pfarrer. In seiner Freizeit spielt er gerne Cello, geht in Konzerte und liest in letzter Zeit auch wieder mehr: aktuell von Peter Härtling den Roman "Verdi".

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