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13.04.2017 11:05

Arlbergtunnel gesperrt

St.Jakob (mr) Der Sicherheitsausbau des längsten Straßentunnels Österreichs geht in den Endspurt. Ab 24. April ist der Arlbergtunnel für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Umleitungen führen wie bereits bei der ersten Vollsperre regional über den Arlbergpass und großräumig über Deutschland und Schweiz. Das Verkehrskonzept hat sich bei der ersten Sperre im Jahr 2015 bewährt. ASFINAG, Polizei, Behörden und die Länder setzen wieder auf diese Lösung, die aber in einigen Punkten optimiert wurde. Wichtig für alle Lkw-Lenkerinnen und –Lenker: die Kernzonen-Lösung mit Ziel- und Quellverkehr regelt, wer über den Pass fahren darf. Dadurch stellen die ASFINAG und die Behörden sicher, dass die hochalpine Ausweichroute nicht überlastet wird. Gleichzeitig ist diese Lösung auch von Vorteil für die Frächter: Zu lange Umwege und dadurch entstehende Mehrkosten für lokale Fahrten werden vermieden. Trotzdem bleibt die Ausweichroute Arlbergpass eine große Herausforderung. Fahrverbote für Fahrzeuge mit Anhänger, Ausweichbuchten auf der Landesstraße und eine neue Ampelregelung bei der Flexengalerie gewährleisten die Sicherheit und verringern lange Verkehrsbehinderungen. Die Fahrverbote für Camper und Wohnwägen wurden gelockert: Sie können zwischen 24. April und 30. Juni ohne Einschränkung den Arlbergpass als Ausweichroute nutzen. Pkw und Kombis mit Anhänger über 750 Kilogramm Gewicht (also auch Wohnwägen-Gespanne) müssen aber an Samstagen, Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 9 bis 17 Uhr von 1. Juli bis 2. Oktober 2017 großräumig über Deutschland, den Fernpass oder die Schweiz ausweichen.

Was der neue Arlbergtunnel allen Autofahrerinnen und Autofahrern bringt: - Mehr Sicherheit für täglich mehr als 8.000 Verkehrsteilnehmer mit neuesten Technologien wie Thermoscanner, AKUT und Hochdrucksprühnebelanlage - 37 zusätzliche Fluchtwege, acht zusätzliche Pannenbuchten - Neue, moderne Sicherheitseinrichtungen sowie LED-Beleuchtung

Stefan Siegele (Geschäftsführer ASFINAG Alpenstraßen GmbH): „Wir nehmen die zweite Vollsperre als größte Herausforderung im Jahr 2017 an. Das heißt im Klartext: Wir haben wieder alles unternommen, damit es in der Zeit der Sperre zu keinen langen Staus oder Zeitverzögerungen zwischen Vorarlberg und Tirol kommen wird. Das geht nur im Schulterschluss mit Polizei, Gemeinden, Behörden und Ländern.“

Gernot Brandtner (Geschäftsführer ASFINAG Bau Management GmbH): „Wir bauen für die Sicherheit von täglich 8.000 Autofahrerinnen und Autofahrer. Der längste Straßentunnel Österreichs erhält die im Moment modernste Sicherheitsausstattung. Mit 160 Millionen Euro ist der Arlbergtunnel die größte Investition in einen bestehenden Tunnel im gesamten ASFINAG-Netz.“

AUSBAU MACHT ARLBERGTUNNEL FÜR TÄGLICH 8.000 AUTOFAHRERINNEN UND AUTOFAHRER SICHERER

Die Sanierung und der Sicherheitsausbau des längsten Straßentunnel Österreichs gehen in den Endspurt. Von 24. April bis zum 2. Oktober bleibt der Arlbergtunnel (S 16 Arlberg Schnellstraße) zwischen Tirol und Vorarlberg gesperrt. „Wir haben 2015 mit unserem Maßnahmenpaket gute Erfahrungen gemacht und setzen wieder darauf. Wir nehmen aber die Sperre nicht auf die leichte Schulter. Das heißt: regionale Umleitung über den Pass, großräumig über Deutschland und Schweiz und eine Lösung mit Ziel- und Quellverkehr für die Lkw“, erklärt ASFINAG-Geschäftsführer Stefan Siegele. Der Arlbergpass ist die regionale Ausweichroute. Gerade am Wochenende kann es aber auf der Passstrecke aufgrund von Verkehrsüberlastungen zu Verzögerungen kommen. Die ASFINAG rät deswegen: Ausreichend Zeit für die Fahrt einplanen und – sofern möglich – eine der anderen Ausweichrouten wählen. Diese führen großräumig über Rosenheim-München (Deutschland), über Gotthard oder San Bernardino (Schweiz) oder über den Fernpass, sofern die Anforderungen für eine genehmigte Fahrt erfüllt werden. An der Kreuzung bei der Flexengalerie wird vom Land Vorarlberg eine neue Ampel errichtet. Diese regelt den Abbiegeverkehr und verhindert dadurch lange Rückstaus und hohen Zeitverlust.

LÖSUNG MIT KERNZONEN FÜR DEN LKW-VERKEHR

Genau geregelt sind die Fahrverbote für Lkw mit und ohne Anhänger. Zusammen mit der Wirtschafskammer und den Behörden hat die ASFINAG mit einer Lösung für Ziel- und Quellverkehr lange Umwege und hohe Mehrkosten für den regionalen Schwerverkehr verhindert. Ein klar definierter Bereich von Ziel- und Quellverkehr ermöglicht es Lkw, an Werktagen auch mit Anhänger den Arlbergpass zu nützen. Für die Wochenenden (Samstag und Sonntag) sowie an Feiertagen besteht von Juli bis Oktober ein zusätzliches Fahrverbot für Pkw mit schweren Anhängern von über 750 Kilogramm, damit der Verkehr ohne große Probleme über den Pass geführt werden kann. „Behinderungen sind nicht auszuschließen. Es wird Verzögerungen zu den Spitzenzeiten geben. Immerhin erwarten wir bis 21.000 Fahrzeuge am Pass“, so Siegele. Wichtig dabei: Wer über den Pass fahren darf und wer großräumig ausweichen muss, ist unter www.asfinag.at/arlbergtunnel anschaulich beschrieben.

VERKEHRSEMPFEHLUNG: MEHR ZEIT EINPLANEN UND BEI MÖGLICHKEIT GROSSRÄUMIG AUSWEICHEN

Die Empfehlung ist klar: wer die Möglichkeit hat, sollte den Arlbergpass umfahren und eine der großräumigen Ausweichrouten nutzen. Für alle anderen gilt: viel Geduld und hohe Konzentration bei der Fahrt über den Pass. Damit dieser zusätzliche Verkehr über die Arlbergpass-Straße überhaupt einigermaßen vernünftig abgewickelt werden kann, wurde die B 197/L 197 zwischen Langen und St Jakob bereits 2015 umgebaut und mit zusätzlichen Ausweichbuchten für den Schwerverkehr ausgestattet.

MIT TECHNOLOGIE VON MORGEN ZU MEHR SICHERHEIT

Die Arbeiten im Tunnel gehen in die Endphase. „Wir konzentrieren uns auf die elektrotechnischen Sanierungen und auf den Einbau der neuesten Generation an Sicherheitstechnologien. Das heißt: Wir statten den Arlbergtunnel mit den derzeit innovativsten Systemen aus“, erklärt ASFINAG-Geschäftsführer Gernot Brandtner.

Die wesentlichen Eckpfeiler des Sicherheitsausbaus: 1. 37 Auf- und Abgänge in den Zuluftkanal – Das macht den Arlbergtunnel zum ersten ASFINAG-Tunnel, in dem der Fluchtweg „im ersten Stock über der Fahrbahn“ über den Zuluftkanal verläuft. 2. Eine Hochdruck-Sprühnebelanlage sorgt dafür, dass im Falle eines Brandes automatisch und zielgenau Wasser mit hohem Druck in Richtung Brandherd eingesprüht wird. Das ist die erste Front im Kampf gegen Brände, bis die Feuerwehr für den eigentlichen Einsatz eintrifft. 3. Der Thermoscanner ist bereits seit Herbst 2015 aktiviert. In dieser Zeit wurden pro Monat im Schnitt 50 Lkw ausgeleitet – unter anderem wegen überhitzter Motoren-Teile. Nach einer Abkühlungsphase konnten sie ihre Fahrt fortsetzen. 4. Der Arlbergtunnel erhält „Ohren“. AKUT ist ein empfindliches Mikrofon- und Softwaresystem, das automatisch verschiedenartige Geräusche erkennt. 5. Acht zusätzliche Pannenbuchten bieten noch mehr Möglichkeiten, im Falle eines Schadens in Sicherheit im Tunnel anzuhalten. Ein automatischer Alarm wird dabei in der Verkehrsmanagementzentrale ausgelöst.

SICHERHEITSEINRICHTUNGEN WERDEN EINGEBAUT

Sämtliche Elektro- und Sicherheitseinrichtungen werden bei der zweiten Vollsperre ab 24. April eingebaut – dazu werden Notrufnischen und Betriebsräume ausgestattet. Der längste Straßentunnel Österreichs erhält eine neue LED-Beleuchtung – bei knapp vierzehn Kilometern Länge heißt das: über 10.000 Leuchten demontieren, 3.000 LED-Leuchten installieren plus weitere 1.100 LED-Leiteinrichtungen an den Seiten installieren. Die neue Beleuchtung verbessert die Sicht und hilft beim Energiesparen. Die ASFINAG testet in der Zeit der Sperre das neue technische Betriebssystem. Denn: Sämtliche Sicherheitseinrichtungen müssen zu 100 Prozent auf Funktionalität geprüft werden, bevor die Verkehrsfreigabe am 2. Oktober erfolgt.

AB 2. OKTOBER WIEDER FREIE FAHRT Bis zu 150 Mitarbeiter sind in der letzten heißen Phase des Sicherheitsausbaus im Tunnel tätig. Die Zeit bis zum 2. Oktober ist jedoch knapp. Das bedeutet: Mehrschicht-Betrieb rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche. Sämtliche neuen Systeme müssen nämlich auch noch getestet werden, damit sie rechtzeitig in voller Funktion zur Verfügung stehen. Allein die Test- und Überprüfungsphase dauert knapp zwei Monate – denn die ASFINAG überlässt hier nichts dem Zufall: Die Sicherheit hat Vorrang.

ECKDATEN ARLBERGTUNNEL • Länge Arlbergtunnel: 13.972 Meter • Inbetriebnahme: 1. Dezember 1978 • Pannenbuchten im Bestand: 18 • Flucht- und Rettungswege im Bestand: 8 • Kosten Sanierung und Fluchtwege neu: 160 Millionen Euro • Anzahl zusätzliche Fluchtwege über Zuluftkanal: 37 • Zusätzliche Pannenbuchten: 8 • Täglicher Verkehr: rd. 8.000 Fahrzeuge/24 Stunden • Prognoseverkehr bis 2025: rd. 10.600 Fahrzeuge/24 Stunden • 50.000 Sicherungen und Automaten • 122.000 Systemdatenpunkte für die Einbindung in die Überwachungszentale • 52 Kilometer Kabeltassen im gesamten Tunnel • 10.100 Stück Leuchten zur Demontage • 1.100 Stück seitliche LED-Leiteinrichtungen • 3.000 Stück neue LED-Leuchten installieren • 2.000 Stück Notrufleuchten allein im Zuluftkanal

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