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19.05.2017 16:16

Gute Geschäfte bei IHK-Unternehmen

Konstanz (mr) Die Lage der Unternehmen in der IHK-Region Hochrhein-Bodensee zeigt sich im Frühjahr 2017 deutlich verbessert, die Geschäftserwartungen sind demgemäß gestiegen. Der von der IHK in Konstanz errechnete Index für das Konjunkturklima in der Region klettert auf hohem Niveau von 136 auf 147 Punkte. Der Index befindet sich damit auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren. Den Zugang zu externer Finanzierung bewerten die Unternehmen in der Region überwiegend gut. Die Beschäftigungsabsichten steigen, Arbeitskosten und Wirtschaftspolitik treten als Risiken stärker in den Fokus.

Geschäftslage steigt deutlich

Mit einem Anstieg der Geschäftslage von 155 auf 168 Punkte übersteigt der entsprechende "Lage-Indikator" das Niveau der vorangegangenen Monate deutlich. Eine Einschätzung der Lage in dieser Höhe haben die Unternehmen selbst in den Jahren 2007 und 2010 den letzten beiden Höchstständen nicht abgegeben. Insgesamt beurteilen mehr als zwei Drittel der teilnehmenden Betriebe ihre momentane Geschäftslage als gut, 30 Prozent als befriedigend und nur ein Prozent als schlecht. Die Werte in der Region sind damit im Vergleich zum Landesschnitt, der ebenfalls merklich gestiegen ist, höher. Und auch die Ertragslage zeigt sich verbessert. So beurteilt jedes zweite der befragten Unternehmen die derzeitige Ertragslage als gut, rund 42 Prozent als befriedigend und nur rund drei Prozent als schlecht.

Industrie entwickelt sich deutlich positiv

Die aktuelle Geschäftslage der Industrieunternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee hat sich seit Jahresbeginn nochmals deutlich verbessert und zeigt sich auf einem hervorragenden Niveau, das deutlich über den Frühjahreswerten der Vorjahre liegt. So sank der Anteil der Unternehmen, die die Geschäftslage mit schlecht bezeichnen, auf nur noch ein Prozent. Bei mehr als zwei Drittel der Betriebe ist die Lage dagegen gut und bei 27 Prozent ist die aktuelle Geschäftslage befriedigend. Auch mit der Ertragslage sind die Unternehmen fast ausschließlich zufrieden. Hier sprechen 53 Prozent der Industrieunternehmen von einer guten und 46 Prozent von einer befriedigenden Ertragslage. Ein Prozent stufen die Ertragslage dagegen mit schlecht ein. Der Auslastungsgrad der Kapazitäten in der Industrie liegt mit aktuell rund 88 Prozent leicht über Vorjahresniveau.

Wesentlich verbessert zeigt sich die derzeitige Tendenz bei den Auftragseingängen. So berichten über die Hälfte der produzierenden Unternehmen von einem steigenden Auftragseingang. Bei 39 Prozent zeichnet sich aktuell ein gleichbleibender Eingang ab, während dieser bei drei Prozent der Betriebe zurückgeht. Dabei haben sich sowohl der Auftragseingang aus dem Inland als auch aus dem Ausland deutlich verbessert. So gibt rund die Hälfte der Betriebe eine Steigerung beim Eingang von Inlandsaufträgen an und auch bei den Aufträgen aus dem Ausland verzeichnet jeder zweite Produktionsbetrieb eine steigende Tendenz. Nachdem im Jahr 2016 gemäß Statistischem Landesamt die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe der Region insgesamt um 4,9 Prozent auf rund 13,9 Mrd. Euro zurückgegangen sind, ist dies ein gutes Signal und lässt auf eine bessere Entwicklung für 2017 hoffen.

Handel und Dienstleistungsbereich gut

Im Handel und Dienstleistungsbereich berichten 63 Prozent der Unternehmen von einer guten Geschäftslage, 36 Prozent sind mit ihrer aktuellen Lage zufrieden, bei einem Prozent ist die Lage schlecht. Beim Umsatz verzeichnen 32 Prozent der Handels- und Dienstleistungsunternehmen eine Steigerung gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal. Bei knapp der Hälfte ist der Umsatz konstant geblieben. Hierbei konnte insbesondere der Dienstleistungsbereich zulegen. Bei rund 34 Prozent stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal an, während er bei 55 Prozent gleich geblieben und bei rund elf Prozent gefallen ist.

Im Handel geben dagegen rund 31 Prozent der Betriebe an, dass der Umsatz im gleichen Zeitraum gefallen ist. Gleichzeitig berichten aber auch rund 29 Prozent von wieder gestiegenen Umsätzen.

Dementsprechend zeigt sich auch die Ertragslage. Rund 56 Prozent der Dienstleistungsunternehmen beurteilen diese derzeit als gut und weitere 41 Prozent sind mit dem Ertrag zufrieden. Unter den Handelsunternehmen sind aktuell 52 Prozent mit den Erträgen zufrieden und 39 Prozent bezeichnen diese als gut.

Die derzeitige Tendenz bei der Nachfrage im Handel und Dienstleistungsbereich zeigt sich bei 53 Prozent der Betriebe gleichbleibend, bei 39 Prozent der Unternehmen ist ein steigendes Auftragsvolumen zu verzeichnen.

Erwartungen für die kommenden zwölf Monate positiv

Nach Einschätzung der befragten Unternehmen im Kammerbezirk wird die positive Geschäftsentwicklung auch in den nächsten Monaten weitergehen. Rund 95 Prozent erwarten eine gleichbleibende oder bessere Entwicklung als in den vergangenen Monaten. Auch dies ist eine Steigerung gegenüber dem Jahreswechsel.

Unter den produzierenden Unternehmen steigt die Anzahl derer, die eine Verbesserung der Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten erwarten von 35 auf 48 Prozent an. Mit einer Verschlechterung rechnen vier Prozent. Die übrigen 48 Prozent gehen von einem gleichbleibenden Geschäftsverlauf aus. Insbesondere die Exporterwartungen haben dabei zugenommen. Mittlerweile rechnen mehr als die Hälfte der Betriebe mit steigenden Exporten, mit fallenden Exportgeschäften dagegen nur noch knapp drei Prozent.

In der Dienstleistungsbranche sind die Einschätzungen der Unternehmen gegenüber dem Jahreswechsel unverändert. Der Großteil der Dienstleister geht von konstanten Geschäften aus (rund 61 Prozent) und rund ein Drittel der Unternehmen prognostiziert gar bessere Geschäfte für die kommenden Monate. Ähnlich sieht es auch unter den Handelsbetrieben aus. Hier sehen rund zwei Drittel die Geschäfte gleich bleibend verlaufen. Eine Zunahme gegenüber der letzten Befragung zeigt sich bei den prognostizierten verbesserten Geschäftsverläufen. Die Anzahl der Händler mit dieser Einschätzung hat sich von 19 auf 33 Prozent erhöht.

Investitionsabsichten verbessert

Die Wirtschaft wird weiter im Inland investieren. Dabei rechnet rund ein Drittel der Betriebe mit steigenden Investitionen. Knapp sieben Prozent aller Betriebe planen auf Jahressicht dagegen keine Investitionen, bei rund 53 Prozent sollen diese gleich bleiben. Die Finanzierung der Investitionen stellt hierbei in der Region meist kein Problem dar. So bewerten 53 Prozent aller befragten Betriebe den Zugang zu einer externen Finanzierung als gut und rund elf Prozent als befriedigend. Weitere 30 Prozent haben aktuell keinen Bedarf an einer externen Finanzierung, sodass die Zahl der Betriebe, die nur sehr schlecht oder gar keine externe Finanzierung bekommen, mit rund sechs Prozent in der Region gering ist.

Und auch der Arbeitsmarkt dürfte von der anziehenden Konjunktur profitieren. So steigt die Zahl der Unternehmen, die ihre Beschäftigtenzahlen erhöhen möchten, von 25 auf 30 Prozent an. 62 Prozent aller Unternehmen wollen in den kommenden Monaten die Mitarbeiterzahlen konstant halten, sieben Prozent erwarten fallende Beschäftigtenzahlen vor Ort. Werte, die positiver als der Landesschnitt von Baden-Württemberg sind.

Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung

Der Fachkräftemangel und die steigenden Arbeitskosten sind dementsprechend auch die aktuell von den Unternehmen am häufigsten genannten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. 64 Prozent der regionalen Unternehmen sehen sich durch den Mangel an bestimmten Fachkräften derzeit herausgefordert. Für 38 Prozent stellen die Arbeitskosten ein Risiko für die weitere Wirtschaftsentwicklung dar. Die bevorstehende Bundestagswahl in Deutschland und damit einhergehende mögliche Wahlversprechen, die sich in steigenden Arbeitskosten niederschlagen könnten, dürften mit ein Grund für diesen erhöhten Wert sein. Genauso wie die Arbeitskosten hat auch die Sorge um die aktuelle Wirtschaftspolitik unter den Betrieben wieder zugenommen. Für Rund ein Drittel aller Unternehmen stellt diese ein Risiko für die kommenden Monate dar. Durch den Wahlausgang in Frankreich ist zumindest einmal die akute Gefahr eines Auseinanderbrechens der Eurozone gebannt. Entsprechend Sicherheit sollte dies auch den Unternehmen geben, dass sich die positiven BIP-Prognosen für die Staaten der Eurozone für 2017 auch tatsächlich realisieren lassen.

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