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16.04.2017 14:20

Osterpredigt des Erzbischof

Freiburg (mr) Auferstehung zeigt sich heute, wo Menschen „dem Elend und dem Sterben nicht einfach freie Fahrt lassen“. Das sagte Erzbischof Stephan Burger am Ostersonntag (16.4.) im Freiburger Münster. Angesichts von Terror, Gewalt und Naturkatastrophen ermöglichten Hilfsorganisationen und engagierte Menschen, trotz des unfassbaren Leids zu erfahren, wie Auferstehung heute funktioniert.

Erzbischof Stephan Burger erinnerte an die Terroranschläge in St. Petersburg, Stockholm und auf Kirchen in Ägypten. „Wenn ich dann noch an die ausgezehrten Menschen in Ostafrika denke, an die Opfer der Überschwemmungskatastrophen in Peru und Kolumbien, mag die Frage nach der Auferstehung doch einer eher rhetorischen Frage gleichen, einer theologischen Gedankenakrobatik, die keinen Bezug mehr zur Realität zu haben scheint.“ Am Beispiel von Aleppo in Syrien fragte er: „Wie mag dort Auferstehung gehen?“ In die Fassaden der ausgebombten syrischen Stadt haben sich laut Erzbischof Burger, „die Züge des Karfreitags tief eingegraben“. Dort aber hätten es sich Franziskaner und andere Engagierte zur Aufgabe gemacht, in auswegloser Situation auszuharren und die Menschen medizinisch zu versorgen. „Auf diese Weise bricht für die dort gebliebenen Menschen der Ostermorgen an. Der Beginn einer wie auch immer gearteten Auferstehung. Hier zeigen sich der Mut und die Hoffnung zum Leben, trotz aller gegenteiligen äußeren Umstände.“

Weitere Beispiele für diese ganz praktische Form der Auferstehung sieht Burger in der Arbeit der vielen Helferinnen und Helfer kirchlicher Hilfswerke wie Caritas international und Misereor, die „angesichts des übergroßen Elends und des menschlichen Leids nicht aufhören, in den dortigen Katastrophen von Hunger und Zerstörung Menschen zur Seite zu stehen und neu Hoffnung zu geben. Auferstehung ganz praktisch, Auferstehung zum Leben.“

Jesus wurde getötet, „weil man sein Gut-Mensch-Sein nicht mehr ertragen konnte“

Um zu erfahren, wie Auferstehung funktioniert, „bleibt uns nichts anderes übrig, als uns mit dem zu beschäftigen, an dem sich die Auferstehung zum ersten Mal ereignet hat“, sagte der Erzbischof von Freiburg. Die vielen Katastrophen weltweit fänden „ihren Brennpunkt in der Katastrophe des Karfreitags“. Dort sterbe ein Unschuldiger den grausamsten Tod, den die Antike kannte. „Da wird einem der Garaus gemacht, weil man sein Gut-Mensch-Sein und sein Gott-Sein nicht mehr ertragen konnte.“ Doch zeigt sich nach Burger am Kreuz nicht die Grausamkeit Gottes, sondern, zu was der Mensch fähig sei: „Am Kreuz zeigt sich bis heute, dass Machtinteressen – und kriegerische Auseinandersetzungen als Folge – einigen wenigen mehr Wert sind, als das Leben von Millionen, als das Leben von unschuldigen Kindern, von Frauen und Männern.“ So wären Hunger, Not und Elend nach Ansicht des Erzbischofs besiegbar, „würden sich so manche Verantwortliche, so manche selbstherrliche, populistische Staatenlenker, dem Leben auf dieser Welt verpflichtet wissen und nicht der eigenen Macht und dem eigenen Vorteil“.

Erzbischof: Liebe Gottes wird unser Leben durch den Tod tragen

Erzbischof Stephan Burger sagte, Jesus habe am Kreuz die ganze erfahrene Gottverlassenheit all der vielen herausgeschrien, die nach ihm eines gewaltsamen Todes sterben werden, bis heute. „Dieser Eine war von einer Liebe getragen, die durch nichts und niemanden tot zu kriegen ist. Und diese Liebe ermöglicht am Ostermorgen eine Erfahrung, die weit über ein rein gefühltes Geschehen, über ein bloß persönliches Empfinden geht.“ Diese Liebe Gottes stehe auch den Menschen heute offen und lasse sich erfahren „in Wort und Tat durch Menschen, durch Ereignisse und Begebenheiten“. Der Erzbischof ergänzte: „Wir dürfen die Liebe in uns aufnehmen und in dieser Liebe leben. Es ist diese Liebe, die unser Leben durch den Tod tragen wird.“

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