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17.07.2017 09:03

Neuer Geschäftsführer

Kehl (mr) Die Städtische Wohnbaugesellschaft Kehl mbH hat einen neuen Geschäftsführer: Jurij Kern wurde vom Gemeinderat zum Nachfolger des im April verstorbenen Walter Springmann gewählt; der Aufsichtsrat der 100-prozentigen städtischen Tochtergesellschaft hat den 38-Jährigen zum Geschäftsführer bestellt. Jurij Kern hat sein gesamtes Berufsleben bei der Städtischen Wohnbau verbracht: Im September 1999 hat er seinen Berufsweg als erster Auszubildender der Gesellschaft begonnen.

"Vom Azubi zum Geschäftsführer", hätten einige unter den 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Tochtergesellschaft gewitzelt, als sie erfuhren, wer ihr neuer Chef wird. Jurij Kern, der als Jugendlicher 1995 nach Deutschland und 1996 nach Kehl kam, erzählt es mit einem Schmunzeln auf den Lippen, das auch Stolz verrät: Nach der Ausbildung zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (heute schlicht: Immobilienkaufmann) nahm er berufsbegleitend das Studium auf, das er 2006 als Immobilienwirt abschließen konnte. Darauf sattelte er noch ein Studium zum Diplom-Sachverständigen (DIA) auf. "Das war eine harte Zeit", erinnert er sich - in genau diese Zeit fiel auch die Geburt seiner beiden Söhne.

2009 wurde Jurij Kern stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses der Stadt, ein Amt, das er auch heute noch innehat. Drei Jahre später erteilte der Aufsichtsrat ihm Einzelprokura und zu Jahresbeginn hat er - nach monatelanger Krankheit von Walter Springmann - kommissarisch die Geschäftsführung der Gesellschaft übernommen, die rund 1000 Wohnungen ihr Eigen nennt und sowohl in der Wohnungsverwaltung als auch im Bauträgergeschäft ihre Geschäftsfelder sieht.

"Ich bin sehr, sehr glücklich mit meiner Berufswahl", schwärmt Jurij Kern, jedes Gebäude sei anders, auf seine Art einzigartig, das reizte ihn schon immer. An der Städtischen Wohnbau schätzt er besonders, dass "ich nicht nur mit Häusern, sondern auch mit Menschen zu tun habe". Mit Menschen, "die nicht so viel Glück im Leben hatten" und die er gerne unterstützt. Letzteres war es wohl auch, meint er, weshalb er bei der Wohnbau geblieben ist: Die Selbstständigkeit hat den Diplom-Sachverständigen schon dann und wann gereizt, doch die Wohnbaugeschäftsführer Hans Flegler und Walter Springmann "haben mich immer zu motivieren gewusst".

Als Geschäftsführer möchte er die Städtische Wohnbaugesellschaft "noch stärker machen". Das Ziel ist eine Eigenkapitalquote von 25 Prozent. Das ist auch deswegen wichtig, weil sich die Wohnbau stärker als bisher im sozialen Wohnungsbau engagieren wird. Diesen Auftrag hat der Aufsichtsrat der Städtischen Tochter bereits erteilt. 260 Familien und Einzelpersonen stehen aktuell auf der Warteliste für eine Wohnbauwohnung; Leerstände gibt es immer nur für den kurzen Zeitraum, in dem eine Wohnung nach Auszug eines Mieters gerade saniert wird. Und das werde sich, prognostiziert Jurij Kern, auch in den kommenden Jahren nicht ändern: Wer in Kehl zehn Euro und mehr für den Quadratmeter bezahlen könne, "der hat übermorgen eine Wohnung", weiß der neue Wohnbau-Geschäftsführer. Ungleich schwieriger ist die Situation für die Menschen, die eben nur die Hälfte dieses Preises aufbringen können. Bei der Wohnbau liegt die durchschnittliche Quadratmetermiete bei 5,20 Euro. Damit wird die städtische Gesellschaft ihrem sozialen Auftrag gerecht.

Der Spagat zwischen dieser sozialen Verpflichtung und der gleichzeitigen Notwendigkeit, Gewinne zu erwirtschaften, um diese in die Unterhaltung des Wohnungsbestandes investieren zu können, "wird immer schwieriger", konstatiert Jurij Kern. "Wir brauchen die sehr enge Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Gemeinderat." Bislang konnte die Wohnbau die Gewinne aus dem Bauträgergeschäft (Verkauf von Reihenhäusern und Neubau-Wohnungen) in die Bestandspflege stecken. Wenn nun der lange Jahre - wie überall in der Bundesrepublik - vernachlässigte soziale Wohnungsbau forciert werden soll, muss die kleine städtische Gesellschaft das Bauträgergeschäft zwangsläufig zurückfahren. "Dann brauchen wir von der Stadt einen finanziellen Ausgleich", stellt Jurij Kern fest. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei hier sehr gut, "weshalb wir bei dieser Aufgabe sehr positiv nach vorne blicken".

An eine Aussetzung der Sanierung des überwiegend aus den 1960er-Jahren stammenden Wohnungsbestandes ist aus seiner Sicht nicht zu denken: Zum einen hätten die meisten Wohnungen eine Modernisierung nötig, zum anderen seien Werterhalt, Dämmung und auch der Anbau von Balkonen nachhaltig, ist sich Jurij Kern sicher. Durch die energetische Sanierung "leisten wir nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, wir schonen auch den Geldbeutel des Mieters". Dies seien Maßnahmen, "die für die Zukunft unseres Unternehmens wichtig sind, daher dürfen sie nicht vernachlässigt werden".

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