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16.05.2018 11:31

Ausstellung zur Geschichte der Tram

Basel (mr) Das «Drämmli», wie das Tram in Basel liebevoll genannt wird, ist Kult, Teil der Mobilität und prägt augenfällig das Stadtbild. Nachdem Basel ab 1844 Anschluss an das entstehende und schnell wachsende europäische und schweizerische Eisenbahnnetz gefunden hatte, begann sich die Stadt rasch zu entwickeln. Hinzu kam die Industrialisierung mit der Konzentration von Arbeitsplätzen in Fabriken. Der Bedarf nach innerstädtischen Personentransportmitteln wuchs mit der zunehmenden Ausdehnung der Stadt.

Basels Weg zur heutigen Tramstadt begann 1881 mit einem privat betriebenen schienenlosen «Rösslitram» zwischen Centralbahnhof und Badischem Bahnhof. Das Birsigtal wurde durch ein Dampftram mit der Stadt verbunden. Dies genügte der wachsenden Nachfrage nur während kurzer Zeit. 1895 wurde das von der Stadt betriebene elektrische Tram in Basel eingeführt. Das Tramnetz wuchs rasch und schuf Entwicklungsachsen für neue Quartiere. Bis zum Zweiten Weltkrieg entstand ein engmaschiges, stark befahrenes Tramnetz mit Linien in die umliegenden Dörfer und ins benachbarte Ausland. Nach dem Krieg kam das Tram durch die Massenmotorisierung unter Druck. Es galt als altmodisch und sollte unter den Boden verbannt oder durch Auto- und Trolleybusse ersetzt werden. Aus Kostengründen und wegen des politischen Wandels in Basel wurde dies nur teilweise umgesetzt. Das Tramnetz und das Rollmaterial erfuhren eine Modernisierung. Aus vier veralteten Betrieben auf Schienen und Autobusunternehmen entstand die Baselland Transport AG als zweiter starker Mitspieler neben den städtischen Basler Verkehrsbetrieben. Die ehemalige Birsigtalbahn wurde auf Trambetrieb umgestellt und mit der früheren Birseckbahn zu einer fast 30 km langen Durchmesserlinie verbunden. Die Umweltbewegung der 1970er Jahre wurde zu einer treibenden Kraft für die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs und des Trams in der Region Basel. Die Gründung des Tarifverbunds Nordwestschweiz und das 1984 eingeführte Umweltschutzabo wurden zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte für den ÖV und das Tram in der ganzen Region Nordwestschweiz. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben sich die Bemühungen intensiviert, mit gezielten Netzausbauten das Tram auch für die Pendlerinnen und Pendler aus Südbaden und dem Elsass attraktiver zu machen. Die Autoflut in die Stadt muss weiter eingedämmt werden. 2014 erfolgte die Verlängerung der Linie 8 zum Bahnhof Weil am Rhein und 2017 jene der Linie 3 zum Bahnhof Saint-Louis: Das Basler Tram ist wieder trinational geworden. Über Jahrzehnte hinweg haben die Entwicklung sowie das Wachstum der Stadt und der umliegenden Vororte in einer intensiven Wechselwirkung mit dem Tram gestanden. Dieser Prozesslässt sich an den Netzplänen, an den grösser werdenden Tramfahrzeugen und an Veränderungen im Stadtbild ablesen. Die Ausstellung beleuchtet verschiedenste Aspekte dieses sich weiterhin im Wandel befindlichen städtebaulichen Kaleidoskops. Informationen für Besucherinnen und Besucher Die Ausstellung im Museum Kleines Klingental dauert vom 19. Mai 2018 bis zum 3. März 2019. Öffnungszeiten: Mittwoch und Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 17 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Leporello. Das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie im Leporello und auf der Website des Museums: www.mkk.ch

Anfragen für private Gruppenführungen sind mindestens zwei Wochen im Voraus an das Sekretariat der Kantonalen Denkmalpflege Basel-Stadt zu richten: Tel. +41 (0)61 267 66 25. Museum Kleines Klingental, Unterer Rheinweg 26, 4058 Basel, Tel. +41 (0)61 267 66 25/42, www.mkk.ch

Angaben zur Vernissage Mittwoch, 16. Mai 2018, 18.30 Uhr, Grosses Refektorium im Kleinen Klingental Es sprechen: Hans-Peter Wessels, Regierungsrat und Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements Gian Casper Bott, Leiter Museum Kleines Klingental Eduard J. Belser, Kurator der Ausstellung

Musikalisches Intermezzo: Tramway Galopp und weitere Kompositionen zum Thema Cornelia Lenzin, Klavier

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