news-aus-baden.de

zurück

Nachricht

21.04.2017 08:37

Lichtbilder im Vortrag über Brasilien

Lahr (mr) Die Volkshochschule und Greenpeace präsentieren am Sonntag, 23. April, im Pflugsaal in Lahr, Kaiserstraße 41, ab 18 Uhr eine Live-Fotoshow über Brasilien. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Einlass ist ab 17.30 Uhr.

Neben Fußball, Samba und dem Zuckerhut ist Brasilien berühmt für seine überaus reiche Natur. Der Biologe, Greenpeace-Aktivist und Brasilien-Experte Luis Scheuermann hat für Forschungsprojekte und auf Fotoexpeditionen alle wichtigen Naturräume des südamerikanischen Landes erkundet. In Amazonien kämpfte er sich bei schwülheißer Luft und gepiesackt von blutdurstigen Mücken durch das unüberschaubare Pflanzengewirr und fing die Schönheit im Detail ein – etwa zwei Gelbbrustaras im Synchronflug und himmelblaue Pilze am Wegesrand. Im Sumpfgebiet Pantanal, das er per Boot, Jeep und zu Fuß erkundete, fotografierte er neben exotischen Tieren wie Jaguar und Kaiman auch ein Fest der Farben: leuchtend pink, gelb oder weiß blühende Ipébäume. Und im Nationalpark Aparados da Serra streifte er durch feucht-nebelige urtümliche Araukarienwälder. Er dachte: “Gleich taucht ein Dinosaurier aus dem Dickicht auf” – schließlich existierten Araukarien schon zur Zeit der Riesenechsen. In der Fotoshow sind auch die Bedrohungen für das Naturparadies ein Thema. So wird etwa der Amazonas-Regenwald, Schatzkammer der Artenvielfalt und „grüne Lunge“ Südamerikas, für immer neue Soja-Felder und Rinderweiden dezimiert, obwohl sich die nährstoffarmen Böden nicht für eine dauerhafte Landwirtschaft eignen. „Die Waldzerstörung ist eine globale Katastrophe, da sie den Klimawandel anheizt. Tragischerweise ist Umweltbewusstsein in Brasilien rar, meist aufgrund von Armut und mangelnder Bildung“, sagt Scheuermann. „Den Wald verteufelt man als Hort von Krankheiten, im brasilianischen Volksmund heißt er ,terra suja‘ (dreckiges Land), während Agrarland als ,terra limpa‘ (sauberes Land) gilt.“ Zu den akuten Bedrohungen Amazoniens zählen auch riesige Staudammprojekte. Ein solches Mega-Projekt, das gut 2.000 Quadratkilometer Wald vernichtet und die indigenen Bewohner aus ihrer Heimat vertrieben hätte, konnte auch dank Greenpeace gerade noch verhindert werden. Luis Scheuermann berichtet von weiteren mutmachenden Greenpeace-Erfolgen und erklärt, was jeder einzelne zur Rettung von Brasiliens letzten Naturparadiesen beitragen kann. Insbesondere seine magisch schönen Bilderwelten wirken motivierend. Sie werden auf Großleinwand gezeigt und mit Original-Dschungelgeräuschen und Musik von Kai Arend untermalt.

Zum Referenten: Luis Scheuermann (47) studierte in Bayreuth Biologie mit Spezialisierung auf Tropenökologie und Biogeografie (der Wissenschaft von der Verbreitung der Tiere und Pflanzen). Er forschte mehrfach viele Monate im südbrasilianischen Atlantischen Küstenregenwald Mata Atlântica. In dieser Zeit entdeckte er auch seine Passion für Naturfotografie. Später begleitete er Heiko Beyer und Markus Mauthe auf Fotoexpeditionen nach Mittel- und Südamerika. Seit 2016 arbeitet Scheuermann im Nationalpark Schwarzwald als Ranger und Wildnispädagoge. Dabei bringt er Kindern spielerisch bei, wie dieser große grüne Organismus funktioniert und warum wilde Wälder für uns alle wichtig sind. Brasilien bleibt seine ferne zweite Heimat.

Weitere Informationen bei der Volkshochschule Lahr, Tel. 07821/918-0, Email: vhslahr@lahr.de oder im Internet unter www.vhs.lahr.de.

© by www.news-aus-baden.de 2006 - 2017
Impressum/ Kontakt/ Nutzungsbedingungen
Webdesign+Programmierung

Valid XHTML 1.0 Transitional Valid CSS!