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14.11.2017 16:06

Zufrieden mit Chrysanthema

Lahr (mr) Die 20. Chrysanthema ging am Sonntag in Lahr zu Ende. Die Stadtverwaltung zieht nach 23 Veranstaltungstagen eine durchweg positive Bilanz. Auch die unwetterbedingte Absage des letzten Veranstaltungstages schmälerte den Gesamterfolg nicht.

„Drei Wochen lang haben wir ausnahmslos Lob und Komplimente erhalten, mehr als je zuvor. Ein größeres Geburtstagsgeschenk konnte man uns nicht machen.“, bedankte sich Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller. Stadtführer, Organisatoren und Verkäufer, aber auch die Chrysanthemen-Königin Lea Johanna I. ziehen das Fazit überdurchschnittlich glücklicher und zufriedener Gäste.

Erstmals war auch die Landesregierung zu Besuch. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz war unter den 200 Gästen beim feierlichen Empfang zur 20. Veranstaltung.

Das besondere Jubiläumsprogramm, gepaart mit gutem Wetter in den ersten zwei Wochen und der zusätzliche Feiertag, lockte hunderttausende Besucher nach Lahr. Damit festigt die Chrysanthema im 20. Jahr ihre Stellung als eine der größten Open-Air-Veranstaltungen in Baden-Württemberg.

Der traditionell sehr stark frequentierten ersten Woche folgte in diesem Jahr eine überdurchschnittlich gut besuchte zweite Woche. Die beiden Feiertage lockten viele Individualreisende zur Chrysanthema. Insbesondere der Reformationstag mit themenbezogenem Bühnenprogramm und kaltem, aber sonnigem Wetter zog viele deutsche Gäste an.

Zum Jubiläum erblühten so viele Blumen in der Stadt wie nie zuvor. Die Plätze am Storchenturm und am neuen Stadtmuseum erstrahlten neu gestaltet in bunter Blumenpracht. Das Chrysanthemenherz vor dem Tonofenmuseum wurde besonders gern als Fotorahmen für neue Statusbilder aufgenommen.

Der japanische Garten am Urteilsplatz mit etlichen Attributen eines Zen-Gartens sowie die sieben Meter hohe Pagode haben bei den Besuchern und der Fachwelt für Aufsehen gesorgt. Nach der Premiere im Vorjahr wurde hier zum zweiten Mal ein Ozukuri ausgestellt. Der Tausendblüter aus einem Stamm trug 255 Blüten, 66 mehr als sein Vorgänger. Richard Sottru, Leiter der Abteilung Grün und Umwelt betont: „Auch wenn dies keine fortlaufende Entwicklung sein kann, da sich ein solches Kunstwerk nicht alljährlich wiederholen lässt, so werden wir weiter an der Kultivierung japanischer Sorten und Gestaltungsformen arbeiten. Es wird zukünftig eine große Herausforderung, angesichts des hohen Standards 2017, das Niveau zu halten.“

Insgesamt traten 33 Bands, Orchester und Formationen auf der Bühne am Marktplatz auf. Besonderer Besuchermagnet waren wieder die Schlagerparty, die große HitradioOhr-Geburtstagsparty und das Programm rund um den Reformationsgottesdienst.

Kinder und Jugendliche aus Lahr präsentierten ihr Können in Form von Bühnenshows, Solokonzerten und Orchesterauftritten und sorgten auch unter der Woche für einen gut besuchten Marktplatz.

Die konsequent regionale Ausrichtung der Chrysanthema ist inzwischen Markenzeichen des Blumenfestivals. Etliche Vereine, Schulklassen und Kindergärten haben sich aktiv an der Gestaltung der Chrysanthema beteiligt: 14 Vereine und Schulorchester wirkten am Bühnenprogramm mit. 18 Vereine, Kindergärten und Schulklassen sorgten für Kaffee und Kuchen auf dem Marktplatz und acht Vereine gestalteten die bunten Blütenwagen entlang des Rundweges.

„Die Vielfalt des Kulturprogramms mit Blumen, Ausstellungen und Kulinarik sowie eine bunte Mischung aus regionalen Bands, Top Acts der Musikszene und Nachwuchsmusikern ist Teil des Erfolgsrezeptes der Chrysanthema“, resümiert Friederike Ohnemus, Leiterin der Abteilung Ratsangelegenheiten, Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing.

Aus dem benachbarten Elsass kamen deutlich mehr Individualreisende als in den Vorjahren. Die grundsätzliche Zunahme des Individualreiseverkehrs sei Zeichen eines diversifizierten Publikums, erklärt Martina Mundinger vom Stadtmarketing. „Mit der kontinuierlichen Erschließung neuer Zielgruppen festigen wir das mit der Marke Chrysanthema einhergehende positive Image von Lahr als Blumen- und Kulturstadt“. Dazu beigetragen habe vor allem die stete Fortentwicklung des Rahmenprogramms.

Über 2000 Interessierte besuchten die Ausstellung „20 Jahre Chrysanthema“ im Stiftsschaffneikeller. In der Retrospektive erinnerte das Stadtmarketing in einer eigenen Ausstellung an historische Erlebnisse und Hintergründe.

Reges Interesse zeigten Kunden und Besucher an der Werkschau „Das Beste aus Lahr“ von Schülern der Gewerblichen Schule in der Geschäftsstelle der Volksbank Lahr. Die Kooperation findet zum zweiten Mal statt und soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Parallel zur hiesigen Ausstellung waren ausgewählte Plakate während des zeitgleich stattfindenden Chrysanthemenfestes im Schrein im Japanischen Kasama ausgestellt.

Die derzeitige Ausstellung von Reiner Zimmermann in der Städtischen Galerie ergänzte erfolgreich mit abstrahierten Naturpräsentationen das Ausstellungsangebot während der Chrysanthema. Die Ausstellung „Farbe – Fläche – Form“ kann noch bis 19. November besichtigt werden.

Der Waldkindergarten Flitzebogen e.V. ist Ausrichter des naturnahen und pädagogisch begleiteten Kinderprogramms im Rathauspark. Das Team um Steffen Bernack ist äußerst zufrieden mit der Teilnahme, besonders am Ferienprogramm. Mit zwei Spielstraßen zum Thema Feuer und Mittelalter wurde der Verein der großen Nachfrage am Mitmachprogramm gerecht. Beliebte Neuheit war die Schießburg, an der sich die Kinder an der Armbrust ausprobierten. Besonders in der dritten Woche nahmen mehr Kinder und Jugendliche an den Angeboten teil als in den Vorjahren. Auch der Koffermarkt am ersten Sonntag lockte trotz regnerischem Wetter zahlreiche Gäste an.

Die Neuausrichtung der Montags-Werkstatt des Jugendbüros kam sehr gut an. Vor allem in der Ferienwoche druckten, hobelten und sägten viele Kinder um die Wette und bastelten teilsweise schon die ersten Weihnachtsgeschenke.

Schöne Teller entstanden parallel zur Kochshow im Zelt der Zeller-Keramik. Unter fachkundiger Anleitung durften sich Kinder in Keramikmalerei üben. Die kleinen Kunstwerke sind bereits im Werk in Zell gebrannt und können werktags zwischen 8 und 13 Uhr im Rathaus I, Zimmer E0.4 abgeholt werden.

Das Angebot und der Absatz an Produkten rund um die Chrysantheme nehmen von Jahr zu Jahr zu. Führend sind in diesem Jahr Postkarten, Kalender sowie das Chrysanthemen-Bier, Chrysanthemen-Tees und Chrysanthemen-Seifen. Süße Leckereien wie Törtchen und Trüffel sind besonders bei den Schweizern sehr beliebt. Doch auch die herzhafte Variante der Chrysanthemen-Salami setzt sich durch. Neu auf dem Markt waren die Chrysanthemen-Nudeln sehr stark gefragt und zeitweise ausverkauft. Die handbemalten Chrysanthemen-Schälchen der Zeller Keramik Manufaktur kamen bei Sammlern und Liebhabern ebenso gut an. Das klassische „Hahn und Henne“ Geschirrset weckte bei vielen Besuchern Kindheitserinnerungen.

Der Gruppenreisemarkt bleibt auf hohem Niveau: Insgesamt 30 Gästeführer begleiteten 480 Gruppen. Zahlreiche Führungen in der ersten Woche konnten aufgrund der großen Anfrage nicht bedient werden, so dass der Rekordwert des vergangenen Jahres mit 520 Gruppenführungen nicht erreicht wurde. Insgesamt reisten rund 540 Busse (520 im Vorjahr) nach Lahr. Stärkste Tage für Gruppenreisen waren in diesem Jahr das Eröffnungswochenende, gefolgt von der gesamten ersten Veranstaltungswoche sowie die beiden kirchlichen Feiertage und der Samstag in der zweiten Woche.

Das Interesse der Individualbesucher an öffentlichen Führungen nimmt stetig zu. In diesem Jahr ist die Zahl der Teilnehmer um 17 Prozent auf 649 Personen gestiegen (554 Teilnehmer im Jahr 2016). An den acht in französischer Sprache angebotenen Führungen nahmen ebenfalls mehr Gäste als in den Vorjahren teil. Um flexibler auf die Nachfrage reagieren zu können, sind in diesem Jahr erstmals für die öffentlichen Führungen Tickets im Vorverkauf angeboten worden. Das System hat sich an mehreren Tagen bereits bewährt, an denen frühzeitig mit zusätzlichen Gästeführern die große Anfrage bewältigt werden konnte.

Die Fahrgastzahlen der SWEG sind noch in der Auswertung, aber jetzt schon zeichnet sich laut Wolfgang Bumann, Betriebsleiter des SWEG-Verkehrsbetriebs Lahr, ein konstantes Niveau der Bahnreisenden zur Chrysanthema ab: „Die Fahrgastzahlen sind stabil, der gesamte Ablauf reibungslos.“ Die beiden Mobilitätspartner Deutsche Bahn und SWEG sind wichtige Werbe- und Vertriebspartner der Großveranstaltung. Während die SWEG mit einem neu gestalteten Chrysanthema-Bus und Plakaten auf die Chrysanthema aufmerksam macht, wirbt die Deutsche Bahn unter anderem im Zusammenhang mit dem Baden-Württemberg-Ticket an den Monitoren der Schwarzwaldbahn zwischen Karlsruhe und Konstanz sowie durch Auslage eines gemeinsamen Flyers zur Chrysanthema in den Regionalbahnlinien der Rheintalbahn, Schwarzwaldbahn und Hochrheinbahn und in ausgewählten Reisezentren für das Blumenfestival.

Im Zeitraum vom 1. September bis 12. November besuchten mehr als 40.000 User den virtuellen Auftritt der Chrysanthema unter www.chrysanthema.de. Dies entspricht rund 40 Prozent der Nutzer des gesamten Auftritts der Stadt unter www.lahr.de (96.000 User im selben Zeitraum). Eine Auswertung der Daten zeigt das internationale Interesse an der Chrysanthema. Außerhalb Europas wurde vor allem aus den USA und Russland, aber auch Kanada, Brasilien, China und Japan auf die Chrysanthema-Seiten zugegriffen.

Auch wenn der Abschluss-Tag der Chrysanthema mit dem Ausblick auf die Landesgartenschau wetterbedingt ins Wasser gefallen ist: Lahr hat mit der Jubiläums-Chrysanthema eine ausgezeichnete Referenz für die Landesgartenschau vom 12. April bis 14. Oktober 2018 geliefert. Ab 20. Oktober bis 11. November 2018 heißt dann die Chrysanthema 2018 die Lahrer und ihre Gäste willkommen.

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