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22.09.2018 13:26

Interkultureller Eröffnungsgottesdienst

Mannheim (mr) Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Integrationsbeiräte und -beauftragte, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen gestalten in ganz Deutschland die Interkulturelle Woche vom 23. bis 29. September 2018 unter dem Motto "Vielfalt verbindet". Das Erzbistum Freiburg beteiligt sich auf lokaler Ebene mit einem umfangreichen Programm.

Geprägt wird die Interkulturelle Woche in diesem Jahr von der Debatte um rechtsradikale, antisemitische und antimuslimische Tendenzen in Teilen der Gesellschaft. Die Erzdiözese Freiburg stellt sich zusammen mit dem Caritasverband und den Seelsorgeeinheiten entschieden diesem Rechtsruck entgegen - auch über die Interkulturelle Woche hinaus. So werden in verschiedenen Veranstaltungen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in Antirassismus geschult.

Gemeinsames Wort der Kirchen: Vielfalt als Bereicherung

Im Gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2018 schreiben Reinhard Kardinal Marx (Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz), Prof. Heinrich Bedford-Strohm (Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland) und Metropolit Augoustinos von Deutschland (Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland), dass Vielfalt heute Alltag in unserem Land ist: "Überall begegnen sich Menschen verschiedener Herkunft, arbeiten an gemeinsamen Zielen und Zukunftsvorstellungen. Die einen sind seit Generationen hier zuhause, die anderen sind aus allen Himmelsrichtungen zugewandert: Das ist Deutschland - ein Land mit einer langen Geschichte und gewachsener kultureller Prägung. Und zugleich ein Land, das offen ist für Menschen, die eigene Traditionen mitbringen." Dabei würden heute jedoch oftmals die Fundamente des Zusammenlebens in Frage gestellt: "Rechtspopulistische, ja rassistische Strömungen gewinnen an Zulauf." Auch innerhalb der Kirche gebe es Tendenzen zu Abschottung und Ausgrenzung: Einheit werde manchmal mit Einheitlichkeit verwechselt. "Dabei gehört Vielfalt konstitutiv zum Wesen der Kirche. Der Glaube verbindet Menschen über Ländergrenzen, Sprachen und Kulturen hinweg." Die Kirchen sehen sich "in besonderer Weise an der Seite von Schutzbedürftigen - bei denen, die sich nicht selbst helfen können. Dabei macht es keinen Unterschied, woher jemand kommt oder welche Geschichte er oder sie mitbringt." Auch der Schutz der Familie ist dabei ein zentrales Thema: "Mit Nachdruck setzen sich die Kirchen dafür ein, dass Menschen, die bei uns Schutz suchen, nicht dauerhaft von ihren engsten Angehörigen getrennt werden." Weiter schreiben die Vorsitzenden, mit der Interkulturellen Woche biete sich die Möglichkeit, die Vielfalt im Alltag neu zu entdecken und sie als Herausforderung, aber auch als Bereicherung zu erleben: "Überall in unserem Land gibt es ein vielfältiges Engagement für das friedliche und gute Zusammenleben. Dafür sind wir dankbar."

Vielfältiges Angebot an Veranstaltungen im Erzbistum Freiburg

In der ganzen Erzdiözese Freiburg beteiligen sich Städte und Institutionen an der Interkulturellen Woche: von ökumenischen Gottesdiensten, Festen, Diskussionsrunden zu politischen Themen bis hin zu Ausstellungen, Filmabenden oder Konzerten reicht das Spektrum der Angebote.

Ein regionaler interkultureller Eröffnungsgottesdienst wird am Sonntag (23. September) in der Friedenskirche in Mannheim gefeiert. Ebenso gibt es in Mannheim eine Ausstellung zum Thema "Fremde Heimat", die im Haus der Katholischen Kirche vom 17. bis 28. September zu sehen ist. Am 28. September, dem Tag des Flüchtlings, endet die Ausstellung bei einer Finissage mit Musik, einem interkulturellen Gebet und der Möglichkeit zum Gespräch.

In einem Malworkshop am Montag (24.09.) im Jugendtreff Brücke 99 in Baden-Baden zum Thema "Wir malen uns die Welt, wie sie uns gefällt" können Kinder von sechs bis elf Jahren kreativ zeigen, wie sie sich die Welt vorstellen. Organisiert wird der Workshop vom Kindertreff Cité, einem Kooperationsprojekt zwischen dem Caritasverband Baden-Baden e.V. und der Katholischen Kirchengemeinde Baden-Oos. Im Kulturforum Rastatt gibt es am Dienstag (25.09.) unter dem Motto "Vielfalt zeigt sich spielerisch" die Möglichkeit zur aktiven Begegnung bei Spiel und Musik durch die Beteiligten des Interkulturellen Dialogs zwischen Muslimen und Christen.

Eine Vernissage am Sonntag (23. September) in der Kirche am Markt - MITTENDRIN in Sigmaringen eröffnet die Ausstellung "Mission im Mittelmeer". Organisiert ist die bis Mitte November dauernde Ausstellung von der Katholischen Seelsorgeeinheit Sigmaringen und der Evangelischen Kirche Sigmaringen. Ebenfalls am Sonntag wird ein Internationaler Gottesdienst in der Pfarrkirche Gorheim in Sigmaringen gefeiert. Unter dem Motto "Aufklärung, Information und Begegnung" gibt es am Donnerstag (27.9.) auf dem Marktplatz in Sigmaringen die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich Asyl zu informieren.

Das evangelische und katholische Dekanat in Freiburg laden zum Tag des Flüchtlings und Migranten am Mittwoch (26. September) zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Johanneskirche ein. Bereichernde und herausfordernde Aspekte des Zusammenlebens in Vielfalt in der Freiburger Stadtgesellschaft stehen dabei im Mittelpunkt.

Zahlreiche weitere Veranstaltungen im Erzbistum Freiburg warten auf interessierte Teilnehmer. Einen Überblick über alle Angebote zur Interkulturellen Woche bietet eine Datenbank: www.interkulturellewoche.de/datenbank.

Zur Interkulturellen Woche

Die Interkulturelle Woche ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie und wird seit 1975 in mittlerweile mehr als 500 Städten und Gemeinden organisiert. Am Sonntag (23. September) ist die zentrale Eröffnung mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Pauluskirche in Hannover. Der Welttag des Migranten und Flüchtlings wird am Freitag (28. September) in Deutschland ebenfalls innerhalb der Interkulturellen Woche begangen.

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