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19.05.2017 15:42

Ab 2019 soll zweite Gauchachtalbrücke an der B 31 gebaut werden

Döggingen (mr) Bei einem Termin hat das Regierungspräsidium Freiburg Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und weiteren kommunalen Vertreterinnen und Vertretern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landratsämter über den aktuellen Stand des geplanten Projekts Gauchachtalbrücke Süd an der B 31 bei Döggingen informiert. In den Räumen der Außenstelle des RP Freiburg in Donaueschingen erläuterten Abteilungsdirektorin Heidi Götz und Projektleiter Karl Kleemann die nächsten Schritte, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. Die zweite Gauachtalbrücke wird südlich der bereits vorhandenen Brücke aus dem Jahr 2002 geplant. Das rund 800 Meter lange Bauwerk über zehn Felder mit bis zu 100 Metern Spannweite 44 Meter über Grund soll analog der vorhandenen Brücke als gevouteter Stahlverbund-Hohlkasten ausgeführt werden. Abmessungen und äußeres Erscheinungsbild werden trotz zwischenzeitlich erhöhter technischer Anforderungen identisch sein. Für die Bemessung der Gründung des technisch anspruchsvollen Bauwerks sind ergänzende geotechnische Erkundungen mit Bohrungen und Sondierungen erforderlich. Die dazu erforderlichen Arbeiten sind bereits im Gang. Gleiches gilt für die im Artenschutz erforderlichen Kartierungen. Auch hierfür sind bereits Fachleute im Auftrag des Regierungspräsidiums vor Ort im Gelände unterwegs. Für während der Bauzeit benötigte Flächen neben der B 31 haben erste Abstimmungen mit den betroffenen Gemeinden und Eigentümern bereits stattgefunden. Parallel dazu arbeiten die Ingenieure mit Hochdruck am Entwurf der Brücke sowie den erforderlichen Anpassungen der Fahrbahnen und der Entwässerung außerhalb der künftigen zwei Parallelbrücken. Im Bereich zwischen dem Anschluss Unadingen und dem Gauchachtal wird dazu eine komplett neue Ausbauplanung erstellt. Diese rund 2,5 Kilometer lange Strecke war noch nicht Gegenstand der bisherigen Planungen, soll aber künftig keine Lücke auf der mindestens dreispurig ausgebauten B 31 im Hochschwarzwald werden. Ein anspruchsvolles Thema für die Planer wird die eigentliche Herstellung der Brücke. Die technischen Herausforderungen in den unterschiedliche Bauphasen gilt es mit den hohen Verkehrszahlen auf der B 31 und den Belangen der angrenzenden Ortschaften an der möglichen Umleitungsstrecke, aber auch mit dem Natur- und Artenschutz in der sensiblen Umgebung im Gauchachtal unter einen Hut zu bringen. Das Regierungspräsidium plant dazu möglichst keine länger andauernden Vollsperrungen, sondern phasenweise Sperrungen möglichst im Bereich von Stunden. Unterbrechungen des Verkehrs sind beispielsweise für den Einhub der Stahlteile erforderlich, die über die bestehende Nordbrücke angefahren werden. Die dazu erforderlichen Großkräne werden im Gelände unterhalb der Brücke platziert. Die aufwendigen Planungen dazu laufen derzeit noch: Die Expertinnen und Experten des Regierungspräsidiums sind jedoch bestrebt, mögliches Optimierungspotential voll auszuschöpfen - einschließlich von Verlegung von Bauphasen in die Nacht, betonte Abteilungsdirektorin Heidi Götz. Seitens der Gemeindevertreter wurde darauf hingewiesen, dass die derzeitige Umleitungsstrecke als Gemeindeverbindungsstraße nicht geeignet ist, den kompletten Umleitungsverkehr der B 31 leistungsfähig und verkehrssicher bewältigen zu können. Nach intensivem Austausch ist vereinbart worden, die weiteren Schritte dazu besonders eng miteinander abzustimmen. Entsprechend der Zielvorgaben des Verkehrsministeriums wird angestrebt, die Entwurfsplanung der Brücke bis Ende 2017 soweit abzuschließen, dass diese den zuständigen Ministerien in Stuttgart und Bonn zur Genehmigung vorgelegt und auf dieser Grundlage die Ausschreibung der Arbeiten für 2018 vorbereitet werden kann. Im Idealfall wird ein Baubeginn der Brücke für 2019 angepeilt. Eine weitere Besonderheit liegt bei diesem Projekt in der Planungsmethodik. Die zweite Gauchachtalbrücke ist eines der Pilotprojekte des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Stufenplanes Digitales Planen und Bauen und wird als sogenanntes "BIM-Projekt" (Building Information Modeling) bearbeitet. Ziel ist es, eine gemeinschaftlich für alle Projektbeteiligten nutzbare, digital unterstützte Grundlage für Planung, Bau und Betrieb des Bauwerks zu schaffen. Alle Projektinfos sollen modellbasiert frühzeitig verfügbar sein, um sowohl die Qualität, als auch Kosten- und Terminsicherheit zu erhöhen. Die Gauchachtalbrücke ist dabei eines von insgesamt elf Pilotprojekten bundesweit im Fernstraßenbau.

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