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12.04.2018 17:34

Europäische Universität soll am Oberrhein entstehen

(mr) Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, und die Rectrice der Académie de Strasbourg, Sophie Béjean, bekunden ihren festen Willen Eucor – The European Campus zu einer Europäischen Universität weiterzuentwickeln. Im Beisein von Nathalie Loiseau, französische Ministerin für europäische Angelegenheiten, und Theresia Bauer, baden-württembergische Wissenschaftsministerin, haben sie gemeinsam eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. „Die Wissenschaft ist eine treibende Kraft der europäischen Integration. An der bisherigen exzellenten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Forschungsuniversitäten am Oberrhein sehen wir den Mehrwert, den Europa aus der Tatkraft und den gemeinsamen Visionen Europäischer Universitäten ziehen kann. Von dieser Unterzeichnung soll daher auch ein Signal nach Europa ausgehen, welchen hohen politischen Stellenwert wir einer europäischen Wissenschaftsunion einräumen“, sagte Winfried Kretschmann in Strasbourg. Jean Rottner betonte wiederum, dass „Eucor – The European Campus die fünf großen Universitäten am Oberrhein vereint und für die Region Grand Est ein Schwerpunktthema ist. Mit über 15.000 Forschenden und Dozierenden und 115.000 Studierenden stellt der Oberrhein einen wissenschaftlichen und akademischen Raum ohne Grenzen dar, der den Wissensaustausch fördert. Daher soll die Region Grand Est Partnerin dieses ambitionierten Verbundes sein, der ihre Attraktivität steigert. Des Weiteren möchte die Region den Verbund weiterentwickeln und so ihre Position im Bereich der grenzüberschreitenden Universitätskooperationen stärken. Langfristig sollen unsere Universitäten zum Vorzeigeprojekt eines zukunftsorientierten europäischen Erfolges werden.“

„Ich freue mich sehr, das Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Innovation zu vertreten, das den Grundsatz der Vielfalt von Modellen Europäischer Universitäten unterstützt, darunter auch das Modell grenzüberschreitender Universitätsverbünde. Eucor – The European Campus hat schon viele Vorteile für die Weiterentwicklung zur Europäischen Universität. Kooperationen, Projekte und der Nutzen für Promovierende und Forschende sind bereits in mehreren wissenschaftlichen Bereichen vorhanden. Zukünftig sollte die Priorität auf der Mobilität der Studierenden in den von den fünf Partneruniversitäten anerkannten Studiengängen liegen. So wird Eucor – The European Campus den Studierenden ermöglichen, tatsächlich Europa zu erleben!“, ergänzt Sophie Béjean.

Prof. Hans-Jochen Schiewer, Präsident von Eucor – The European Campus und Rektor der Universität Freiburg, sagt: „Ich freue mich sehr über das klare Bekenntnis dies- und jenseits des Rheins, unseren Universitätsverbund zu einer Europäischen Universität weiter zu entwickeln. Wir haben eine gemeinsame Strategie, eine gemeinsame Governance und sind nach europäischem Recht organisiert, daher wollen wir eine Pionierrolle einnehmen, um europäisches Lehren und Forschen ohne Grenzen zu ermöglichen. An unseren Universitäten wird Europa für alle zur alltäglichen Erfahrung werden.“ Die Erklärung knüpft an die europapolitische Rede des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron vom 26. September 2017 an, in der er an der Sorbonne die Forderung nach „Europäischen Universitäten“ formuliert hat. Die Unterzeichnenden bekräftigen, dass die enge Verbindung von Forschung und Lehre als Markenzeichen des europäischen Modells der Universität prägend sein muss: „Sie muss vielmehr einen Ansatz verfolgen, der auf eine umfassende Strategie abzielt, die die Bereiche Forschung und Lehre gleichermaßen beinhaltet. Nur durch die Kombination von beidem kann ein wirklicher europäischer Mehrwert generiert werden.“ Eucor – The European Campus verkörpere dieses Modell in idealer Weise. Des Weiteren betonen sie, dass nur ein „gemeinsames Engagement seitens der Universitäten, der regionalen und nationalen Ebene sowie der Europäischen Union“ zum Erfolg führen kann und bekräftigen ihre Bereitschaft, sich für „klare Rahmenbedingungen und verlässliche Förderaussagen der nationalen und der europäischen Ebene“ einzusetzen.

Hintergrundinformationen zu Eucor – The European Campus

Der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Eucor – The European Campus ist vor dem Hintergrund einer langjährigen Kooperation der Universitäten am Oberrhein entstanden. Im Dezember 2015 unterzeichneten die fünf Mitgliedsuniversitäten – die Universität Basel, die Universität Freiburg, die Université de Haute-Alsace, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Université de Strasbourg – die Gründungsdokumente, um der grenzüberschreitenden Forschung und Lehre eine eigene Rechtspersönlichkeit zu geben. Die Universitäten schufen damit den bislang ersten EVTZ zwischen Hochschuleinrichtungen auf europäischer Ebene. Besondere Schwerpunkte in der Forschung setzt der European Campus auf den Gebieten der Quantenphysik und der Quantentechnologien, in der Präzisionsmedizin sowie den Nachhaltigkeitswissenschaften und den Kulturwissenschaften. Von 2016 an läuft eine dreijährige Förderung des Projektes „Eucor – The European Campus: grenzüberschreitende Strukturen“ durch das Interreg-Programm der Europäischen Union (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung). Ziel ist, strukturbildende Maßnahmen zu entwickeln, die Rahmenbedingungen für neue, bahnbrechende und zugleich identitätsstiftende Kooperationen in Forschung und Lehre schaffen.

Insgesamt bündelt der EVTZ die Kompetenzen und Potenziale von 15.000 Forschenden und 11.000 Doktorandinnen und Doktoranden sowie mehr als 120.000 Studierenden. Gemeinsam strebt der Universitätsverbund Eucor – The European Campus den Aufbau eines klar profilierten Wissenschafts- und Forschungsraums ohne Mauern und Grenzen und mit internationaler Ausstrahlungskraft an.

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